Rund 50 Kinder besuchen die 1. Klasse der Schule von Mata. Heute herrscht Aufregung, sowohl über den Besuch aus der Schweiz als auch über die Frage, welche die Direktorin der Schule ihnen stellt. «Wer hat zu Hause keine Elektrizität?» Fast 90 Prozent der Hände schnellen in die Höhe. «Und wer hätte gerne eine Solarlampe, damit er oder sie am Abend noch lernen kann?» Wiederum schnellen fast ausnahmslos alle Hände in die Höhe.

Die Schule Mata, die etwa 10 Kilometer ausserhalb von Gitarama in Ruanda liegt, wurde ausgewählt, um einen Pilotversuch zu starten, ob mit der Abgabe von Solarlampen ein Beitrag geleistet werden kann, damit die Schüler auch nach Sonnenuntergang zu Hause lernen und lesen können. Bei den Solarlampen handelt es sich um einen Bausatz, der von den älteren Schülern unter Anleitung und Aufsicht eines eigens ausgebildeten Lehrers selber zusammengebaut wird. So lernen die Kinder auch gleichzeitig etwas über die Wirkungsweise von Solarenergie und können die Lampen bei Bedarf selber reparieren.

Die Schüler werden besser

Ruanda liegt nahe am Äquator und somit sind die Tage immer gleich lang respektive kurz. Am Abend um 18 Uhr geht die Sonne unter und zeigt sich erst am anderen Morgen wieder zwischen 5 und 6 Uhr. Auf den Hügeln, das heisst ausserhalb der Zentren, und in den bescheidenen Häusern ist es in dieser Zeit dunkel. Licht gibt es, wenn überhaupt, einzig durch stark russende Petrollampen. Lernen oder Lesen ist für die Kinder in dieser Zeit nicht möglich.

Stand:

557'540 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
Die Weihnachts-Sammelaktion der AZ Medien für das Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda beginnt heute Dienstag, 29. November, und dauert bis Dienstag, 13. Dezember.
Ihre Spenden können Sie folgenden Zwecken widmen:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Institutionen des Hilfswerkes: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, Lehrwerkstätten, Mütterstation, Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

Telefon 058 200 50 25
(werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00)
E-Mail: ruanda(at)azmedien.ch

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Direktüberweisungen sind wie folgt möglich: Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf; Konto/IBAN CH42 8069 0000 0022 2228 0. Clearing-Nr. 80690. Post-Konto der Bank: 50-4158-4. Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda. Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Jeder Franken fliesst nach Ruanda: Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen, kommt jede Spende vollumfänglich den Bedürftigen in Ruanda zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

Kurzinformationen

Betreuung Waisenkinder

In der Provinz Muhanga/Gitarama, wo das Hilfswerk schwergewichtig tätig ist, leben Tausende von Waisenkindern in sogenannten Waisenhaushalten. Das älteste Geschwister sorgt für die jüngern, Hilfe oder Betreuung von aussen gibt es kaum. Das Hilfswerk Margrit Fuchs betreut heute 150 Waisenhaushalte, gibt den Kindern dreimal pro Woche eine Mahlzeit ab, sorgt für Kleidung, Schulgeld und Krankenkasse und betreut sie regelmässig durch eine erwachsene Person. 2014 sollen weitere Waisenhaushalte einbezogen werden.

Betreuung Strassenkinder

Gross ist die Zahl jener Kinder, die auf der Strasse leben. Sie sind zuhause ausgezogen, weil sie armutsbedingt nichts zu essen bekamen oder die Familienverhältnisse unerfreulich sind. Das Hilfswerk kann einen Teil von ihnen im eigenen Heim aufnehmen und versucht dann, sie in ihre Familien zurückzuführen, indem diese Unterstützung erhalten: mit Lebensmitteln und einer Viehspende. Auch versucht man, bestehende Konflikte zwischen Eltern und Kind zu lösen. Die wieder integrierten Kinder werden weiterhin betreut.

Begehrte Schulgelder

Aufgrund der grossen Armut sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen und z.B. die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulmaterial zu bezahlen. Deshalb müssen sie der Schule fernbleiben. Das Hilfswerk übernimmt derzeit für 900 Kinder das Schulgeld bis zu ihrem Schulaustritt – auch beim Besuch einer Sekundarschule oder einer höheren Schule. 2014 können weitere Kinder von Schulgeldzahlungen profitieren. 2013 hat das Hilfswerk sodann ein neues Schulhaus erbaut, 2014 ist ein weiteres geplant, um zusätzlichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Viehspenden als grosse Hilfe

Auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion können Spenderinnen und Spender einer notleidenden Familie Vieh spenden: eine Milchgeiss, ein Schwein oder eine Kuh. Das Vieh ist für die Familien ein riesiges Geschenk und eine Hilfe zur Selbsthilfe und zum Überleben. Der Staat schreibt neu vor, dass die bisher gehaltenen Kühe durch eine leistungsfähigere Rasse, die täglich um die 5-8 Liter Milch spendet, ersetzt werden müssen. Deshalb verdoppelt sich der Kaufpreis auf 600 Franken. Die „neuen“ Kühe liefern aber auch mehr Mist, der für das Düngen der Gärten und Felder sehr wertvoll ist.

Lehrlingsausbildung, Mütterstation und...

Die Aktivitäten des Hilfswerkes Margrit Fuchs sind sehr weitreichend. So können Jugendliche in Hilfswerk-eigenen Werkstätten eine Lehre absolvieren (Schreinerei, Mechanische Werkstatt, Schneiderei, Haushaltschule). Unterstützt wird sodann ein Geburtshaus, in dem Mütter in guter Obhut ihr Kind zur Welt bringen können. Mit Kleinkrediten wird Männern wie Frauen ermöglicht, einen eigenen kleinen Betrieb oder ein Geschäft aufzubauen und damit den eigenen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Mittellosen Spitalpatienten werden die Kosten bezahlt.

Die ersten selbst gefertigten Solarlampen sind nun seit drei Monaten im Betrieb und die Resultate sind sehr positiv. Die Kinder sind stolz auf ihre Solarlampe und eine Mutter bestätigt, dass das Licht ausreichend sei für die beiden Kinder, um am Abend lernen zu können. Auch die Lehrer der betroffenen Schüler haben den Unterschied bemerkt. Die Schulleistungen hätten sich spürbar verbessert und ein Mädchen sei sogar zur Klassenbesten aufgestiegen, so die Echos.

Ein Bausatz für 10 Franken

Für die Stiftung ist es somit klar, dass das Projekt stark ausgebaut wird. Zehn Franken kostet ein Bausatz. Dieser bietet einem Schüler und seiner Familie über Jahre Licht, um am Abend zu lernen, zu lesen oder sich mit Kunsthandwerk ein bescheidenes Nebeneinkommen zu verdienen. Auch die kontaktierten Bürgermeister zeigten sich begeistert. Solarenergie hätte ein sehr grosses Potenzial in Ruanda und werde auch von der Regierung stark gefördert. Dass nun mit diesem Projekt zuallererst die arme Bevölkerung von dieser neuen Energieform profitieren kann, ist sicher umso begrüssenswerter.