Aarburg ist der neuste Schauplatz für einen Asyl-Streit zwischen Kanton und Gemeinde. Gestern wurde bekannt, dass der Kanton 90 Asylbewerber an der Lindengutstrasse einquartieren will. Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär kündigte umgehend Widerstand an und erinnerte an die Ereignisse in Bettwil. Schär sagte gegenüber Tele M1: «Bettwil ist ein uns ein Vorbild.»

Die Gemeinde Bettwil stand Ende 2011 schweizweit im medialen Rampenlicht, als ein Teil der 600 Bewohner mit massiven Protesten eine geplante Asylunterkunft in einer Militärunterkunft verhinderte.

An vorderster Front stand damals Wolfgang Schibler, der Gemeindeammann von Bettwil. Was sagt er zum jüngsten Asyl-Streit in Aarburg?

Auf Anfrage macht Schibler gleich klar: Er will sich nicht vor den Karren seines Aarburger Kollegen Schär spannen lassen: Er sehe keine Parallelen zu den Vorkommnissen in Bettwil. «Es ist schade, Bettwil in den Medien immer als Ort des Widerstandes darzustellen», so Schibler. «Die beiden Fällen sind nicht miteinander vergleichbar, da andere gesetzliche Bedingungen herrschen.»

Die Vermietung der beiden Wohnblöcke in Aarburg sei im Gegensatz zur Militäranlage in Bettwil private und nicht öffentliche Sache, so Schibler. Die Wut der Aarburger Bevölkerung kann Schibler allerdings nachvollziehen und kritisiert die Informationspolitik des Departements Gesundheit und Soziales unter Susanne Hochuli als «hanebüchen».

Schibler: «Die Unterbringung von Asylsuchenden ist ein hochemotionales Thema. Ich würde mir mehr Fingerspitzengefühl und eine frühzeitiger erfolgende Information der Bevölkerung vonseiten des Departements wünschen.»

Aarburg will keine 90 Asylbewerber

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