Millionen Fernsehzuschauer in der Schweiz, den USA und sogar China waren zu Tränen gerührt. Gebannt verfolgten sie zur Weihnachtszeit die Geschichte von Fin, der aus der Migros-Kasse steigt und schliesslich mit anderen Wichteln ein frohes Fest feiert. Fin und seine Freunde berührten die Zuschauer so sehr, dass Kinder an der Migros-Kasse gebannt in die Laufband-Scanner schauten, um einen Blick auf Fin erhaschen zu können.

Die Migros sammelte zusammen mit Hilfsorganisationen Spenden, um Menschen in finanziell und sozial schwierigen Situationen langfristig helfen zu können.

Fins Schöpfer heisst Livio Dainese (46) – der Aarauer wurde für seine Idee soeben zum Werber des Jahres 2018 gewählt.  

Doch wie kommt man zu so einer herzzerreissenden Idee? Dainese erzählt TeleM1, wie er über die Migros nachgedacht habe und auch, was eigentlich in den Kassen-Scannern drin ist: «Ein Viech oder in diesem Falle ein Wichtel?» Die Idee sei dann im Team weitergesponnen worden. Bei der Umsetzung des Konzepts führten Kyra Buschor, Constantin Paeplow und Ben Liam Jones Regie.

Die Fin-Familie erzählt Geschichten

Nicht nur der Film begeisterte. Zur Kampagne gehörten auch die Figuren, in deren Sockel der elektronische Schlüssel zu einem Hörspiel lag. Dieses liess sich über eine von der Migros vertriebenen Story-Box oder die Migros-Play-App abspielen. 

Doch warum gingen Fin und Freunde derart unter die Haut? «Finn ist ein klassischer Sympathieträger und erinnert wohl jeden von uns an seine Lieblingsfiguren aus den Kinderbüchern», sagte Marketingexpertin Ursula Stalder von der Hochschule Luzern im Dezember gegenüber 20Minuten. Die Figur Fin mit den grossen Augen, die Geschichte, die Musik und das mitten ins Herz treffende «Miip» seien clever gewählt.

Filmpreis für den Spot

So gut, dass Dainese auch die Jury begeistert hat, die seine Idee nun auszeichnet.

Doch das ist nicht der einzige Preis, den der Spot erhalten hat. Im April wurde er in Stuttgart am Internationalen Trickfilmfestival ebenfalls ausgezeichnet und erhielt den Animated Com Award. 

Zu den Kunden von Dainese zählt aber nicht nur die Migros. Auch für Ikea, die UBS oder Die Mobiliar hat er einprägsame Spots geschaffen. Dainese ist Kreativchef der Zürcher Agentur Wirz und Vorgesetzter von 150 Mitarbeitenden.

«Früher haben sie LSD geschluckt. Ich habe meine Ideen, wenn ich in einem Café sitze. Es darf aber nicht zu viel los sein», erzählt Dainese.

Übrigens: Der Aarauer arbeitet an einem neuen Spot für die Migros. Worum es sich handelt, darf er aber nicht verraten. Wir dürfen gespannt sein.