Dass ab und zu eine S-Bahn ausfällt, kommt vor. Doch Pendler im Unteren Aaretal staunten, als die S19 am Freitag letzter Woche mit Abfahrt 7.02 in Koblenz ausfiel. Denn es war schon der dritte Ausfall innerhalb von zwei Wochen. Die S19 fährt via Baden, Dietikon und Zürich HB weiter nach Oerlikon, Wallisellen und Dietlikon nach Effrektion. 

Auf Nachfrage teilen sie mit, dass die S19 am Montag, 14. Januar, wegen einer Bremsstörung ausfiel. Am Mittwoch, 23. Januar, geschah dies wegen eines Lokdefekts. Und am 25. Januar war eine technische Störung am Bremssystem schuld. "Der Lokführer konnte die Störung zwar selber beheben. Das war jedoch zeitaufwendig, und der Zug konnte nicht rechtzeitig eingesetzt werden.

Die Reisenden mussten auf die nächsten Verbindungen ausweichen", sagt Reto Schärli, der Leiter der SBB-Medienstelle. Der nächste Zug in Richtung Baden fuhr ab Koblenz schon ab 7.14. Der war dafür überfüllt, viele Pendler mussten jeweils stehen. 

Häufung ein Zufall

Dass ein grundsätzliches Problem vorliege, verneint Schärli: "Wenn es wie jetzt grad bei der S19 zu einer Häufung kommt, haben die Pendler verständlicherweise den Eindruck eines systematischen Problems. Die Häufung auf einer Linie und noch zu ähnlichen Zeiten ist aber Zufall." Denn technische Störungen könnten im Bahnbetrieb trotz der häufigen Wartung der Züge und auch der Bahnanlagen nicht vermieden werden. 

Täglich 10'000 Züge auf dem SBB-Netz

Er verweist auf die täglich über 10'000 verkehrenden Züge auf dem SBB-Netz. "Selbst wenn sich die Zahl der Störungen im Promillebereich bewegt, sind dennoch fast täglich einige hundert Reisende von ungeplanten Zugsausfällen betroffen", sagt Schärli.

Wer von einem Ausfall betroffen sei, dem sei in diesem Moment auch das Wissen kein Trost, dass täglich über eine Million Bahnreisende pünktlich ankämen. "Die SBB kann sich nur für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen und versichern, dass wir alles dafür tun, dass die Zeit bis zur nächsten Störung möglichst lange dauert."