Er gehört zur Generation, die in den 80er-Jahren mit dem legendären «Samschtig-Jass» von Jürg Randegger, Jass-Papst Göpf Egg und dem Cabaret Rotstift im «Scharfe Egge» jassmässig sozialisiert wurde. Heute ist Tino Zimmermann ebenfalls Teil der Fernseh-Jassfamilie. Streng genommen ist er sogar der «Mister Donnschtig-Jass», obschon man seinen Namen in der Öffentlichkeit kaum kennt.

Das Gesicht der Sendung sind die Moderatoren. Wer vom «Donnschtig-Jass» spricht, der meint Moderator Roman Kilchsperger und Aussenreporter Reto Scherrer. Hinter den Kulissen sorgt seit mittlerweile 16 Jahren Tino Zimmermann dafür, dass die Sendung mit attraktiven Inhalten ausgefüllt und das Duo an der Front mit den nötigen Informationen versorgt wird. Rund 100 Sendungen hat Zimmermann inzwischen betreut.

Die nächste Ausgabe kommt morgen nun aus Klingnau. Es ist der Auftakt in die diesjährige Tournee, die sieben Sendungen umfasst und bis zum 16. August dauert. Seit Montag nimmt die Equipe des Schweizer Fernsehens die Zurzibieter Gemeinde in Beschlag. Mehrere Tonnen Material werden ins Aare-Städtchen transportiert und bis heute Mittwoch aufgestellt.

«Business as usual» für die Crew, auch für Tino Zimmermann. Als ganz normal bezeichnet er die Übertragung aus Klingnau dennoch nicht. Für den 45-Jährigen ist die Sendung quasi ein Heimspiel. Zimmermann wohnt nur wenige Kilometer vom Austragungsort entfernt mit seiner Familie in Schneisingen. «Am Ablauf ändert sich dadurch grundsätzlich nichts», sagt er. Aber mit seinem Hintergrundwissen über die Region, kann er Roman Kilchsperger den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg geben.

Seit einem halben Jahr laufen die Vorbereitungen für die 95-minütige Sendung (SRF 1, 20.05). Zimmermann koordiniert den zeitlichen Ablauf und organisiert die diversen Einspielungen und Wettbewerbs-Aufgaben für die Prominenten.

Selber ein mittelmässiger Jasser

Was im ersten Moment simpel klingt, bedarf einer minutiösen Planung. Es gab zahlreiche Sitzungen mit dem Klingnauer OK und Briefings im Team. 55 Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens, von Ton über Bühne bis zur Requisite, sind morgen vor Ort. «Das Timing muss stimmen», sagt Tino Zimmermann. Daran hat sich auch Roman Kilchsperger zu halten. Er weist ihn via Knopf im Ohr darauf hin, falls dieser zu lange reden sollte.

Die Einspielungen über die Gemeinde, die musikalischen Auftritte müssen punktgenau ins Drehbuch eingebettet werden. «Wir können nicht einfach eine Viertelstunde überziehen», sagt Tino Zimmermann.

«Da hätten die Kollegen und Kolleginnen von ‹10 vor 10› keine Freude.» Obwohl für den gebürtigen Zürcher Unterländer die Gestaltung des beliebten Jassformats längst zur Routine geworden ist, sind seine Improvisationskünste immer wieder gefragt. Die letzten Wochen trieben bei Zimmermann den Puls in die Höhe. Nach der krankheitsbedingten Absage von Promigast Bernhard Russi musste mit Ersatzmann Bernard Thurnheer kurzerhand ein neuer Beitrag produziert werden. «Ein wenig stressig war es», gibt er zu. Aber mit seiner Erfahrung meisterte er auch diese Hürde.

Morgen Nachmittag steht nun der Feinschliff an: Um 13 Uhr gibt es eine Regiebesprechung, danach folgen die Stellproben und Musikproben mit den Showacts (Musical «Mamma Mia» und Sepp Amstutz vom Jodlerclub Wiesenberg). Um 15 Uhr werden die Jasser der Mitspielergemeinden aus Thun und Zweisimmen instruiert. Im Anschluss beginnt die Generalprobe. «Falls hier etwas nicht nach Plan läuft, werden noch inhaltliche Korrekturen vorgenommen», sagt Zimmermann. Dann gehts los.

Bleibt die Frage, wie es um seine eigenen Jasskünste steht: «Ich finde es ein cooles Spiel und einen tollen Zeitvertreib.» Alle zwei Wochen trifft er sich mit einem Grüppchen vom Fernsehen zu einem Differenzler. Nur: «Als besonders guten Spieler würde ich mich nicht bezeichnen.»

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