"Es muss eine Alternative geben", sagte der ehemalige Labour-Abegeordnete Umunna am Dienstag im BBC Radio. Er wolle die neue Bewegung bis spätestens Ende des Jahres ins Leben rufen.

Umunna und sechs weitere Labour-Abgeordneten hatten am Montag ihren Austritt aus der Labour-Partei verkündet. Sie begründeten ihren Schritt mit dem Umgang von Parteichef Jeremy Corbyn mit dem Brexit und mit Antisemitismus-Vorwürfen. Am Dienstag sassen sie erstmals als Mitglieder ihrer neuen Fraktion "Die Unabhängige Gruppe" im Parlament.

Der stellvertretende Labour-Chef Tom Watson warnte vor weiteren Austritten. Seine Partei müsse sich ändern, um dies zu verhindern. "Ich liebe diese Partei, aber manchmal erkenne ich sie nicht mehr wieder", sagte er in einer Videobotschaft.

Britischen Medien zufolge könnte die "Unabhängige Gruppe" weiteren Zulauf aus der Labour-Partei erhalten. Und auch Abgeordnete der konservativen Tories erwägen offenbar, zu der Fraktion überzulaufen, unter ihnen die EU-Befürworterin Sarah Wollaston.

Wollaston beklagte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass der Kurs ihrer Partei zunehmend von Brexit-Hardlinern bestimmt werde. "Bald wird nichts mehr übrig sein, um Wähler aus der politischen Mitte anzusprechen."

Der konservative Abgeordnete Kwasi Kwarteng rechnet nach eigenen Angaben aber nicht damit, dass sich Politiker aus den Reihen der Tories für einen Wechsel in die neue Fraktion entscheiden. "Falls sie es doch tun, wäre das sehr bedauernswert."

Der ehemalige Chef der europafeindlichen Partei Ukip, Nigel Farage, wertete die Austritte aus der Labour-Fraktion als Anzeichen für einen bevorstehenden Umbruch in der politischen Landschaft Grossbritanniens. Das gegenwärtige, von Tories und Labour dominierte Parteiensystem könne den Brexit einfach nicht bewältigen.