Demnach lautet der Vorwurf bezüglich aller 50 getöteten Kinder, Frauen und Männer auf Mord. Zudem wurde gegen den 28-jährigen Rechtsextremisten aus Australien Anklage wegen versuchten Mordes in 39 Fällen erhoben. Wann genau der Prozess beginnt, ist noch offen.

An diesem Freitag soll der ehemalige Fitness-Lehrer Brenton Tarrant vor einem Richter in Christchurch zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Allerdings wird der 28-Jährige dazu nicht persönlich erscheinen, sondern über eine Video-Leitung zugeschaltet.

Der Australier war kurz nach seiner Festnahme in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Auckland gebracht worden. Dort sitzt er nun in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Terroristischer Hintergrund vermutetDer Täter hatte grosse Teile der Tat mit einer Helmkamera über Facebook live ins Internet übertragen. Auszüge aus dem etwa 17-minütigen Video kursieren immer noch. Zuvor hatte er ein Pamphlet mit rechtsradikalen und rassistischen Parolen ins Internet gestellt und auch per Mail verschickt.

Die Polizei prüft noch, ob weitere Anklagen erhoben werden. Sie sprach in ihrer kurzen Mitteilung zudem von "Terror-Angriffen". Dies bedeutet, dass die Ermittler davon ausgehen, dass die Anschläge einen terroristischen Hintergrund hatten.

Inzwischen hat Neuseeland seine Waffengesetze verschärft. Der Besitz von halbautomatischen Waffen - also Waffen, die automatisch nachladen, wie sie der Schütze verwendet hatte - ist dort nun verboten.

Gesetz gegen Terror-Video-VerbreitungIm Nachbarland Australien beschloss das Parlament am Donnerstag, dass Internet-Unternehmen, die Videos von Terrorangriffen verbreiten, mit hohen Geldstrafen und deren Manager sogar mit Haft bestraft werden können. Nach Regierungsangaben ist Australien weltweit das erste Land mit solch strengen Gesetzen.

Wegen des Videos stehen US-Unternehmen wie Facebook und Google massiv in der Kritik. Theoretisch sind in Australien nun Geldbussen in Höhe von zehn Prozent des Konzern-Umsatzes möglich. Zudem drohen den verantwortlichen Managern bis zu drei Jahre Haft.

Australiens Justizminister Christian Porter sagte im Parlament, die Internet-Plattformen dürften nicht zulassen, dass "Hass und Terror verbreitet" würden.