Der Sender selbst berichtete breit darüber. Er versicherte zudem, es gebe keine "systematische Benachteiligung von Frauen" bei der BBC. Gracie sagte, Grund für ihren Rücktritt sei eine "Vertrauenskrise", die im Sommer mit der Veröffentlichung der Gehälter der BBC-Führungsriege begonnen habe.

Diese Veröffentlichung habe eine "unhaltbare" Lücke in der Bezahlung zwischen Männern und Frauen gezeigt, die den gleichen Job machten. Das Vertrauen der Belegschaft sei zerstört. In den vergangenen Monaten hätten sich bis zu 200 Frauen bei der BBC über ungleiche Bezahlung beschwert.

Die BBC musste im Juli erstmals in ihrer Geschichte die Jahresgehälter ihrer Topverdiener veröffentlichen. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft legte eine Liste mit 200 Namen von Führungskräften, Moderatoren und Schauspielern vor, die zuletzt ein Jahresgehalt von mehr als 150'000 Pfund (rund 198'000 Franken) erhielten. Zwei Drittel davon waren Männer.

BBC-Generaldirektor Tony Hall erklärte damals, dass es bei der Gleichberechtigung noch "mehr zu tun" gebe.

Die britische Journalistengewerkschaft kündigte am Montag an, sie sei entschlossen, die BBC zu Ausgleichszahlungen für betroffene Frauen zu zwingen. Mehr als 130 Journalistinnen bei der BBC erklärten sich mit Gracie solidarisch. (sda)