Mehr als 30'000 Häuser seien zerstört oder beschädigt worden, teilten die Behörden der am stärksten betroffenen Provinz Yunnan mit. Hunderttausend Menschen wurden obdachlos.

Die beiden schwersten Beben ereigneten sich gegen Mittag lokaler Zeit innerhalb von einer Stunde. Beide Erdstösse hatten nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 5,6. Das chinesische Erdbebenzentrum nannte eine Stärke von 5,7. Mehr als 60 Nachbeben wurden registriert.

Das Epizentrum lag in neun Kilometer Tiefe im Bezirk Yiliang an der Grenze zwischen den südwestlichen Provinzen Yunnan und Guizhou. Auch in der benachbarten Provinz Sichuan seien die Beben zu spüren gewesen, hiess es.

Angst vor weiteren Beben

Mit dem ersten Beben rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern oder Büros. "Ich bin die Strasse langgelaufen, als ich auf einmal den Boden unter mir schwanken fühlte", berichtete ein Augenzeuge im Internet. "Die Menschen kamen schreiend aus den Häusern gerannt, ich habe immer noch Angst."

Viele Menschen weigerten sich auch Stunden danach noch, wieder in die Gebäude zurückzukehren. Im Fernsehen waren hunderte Menschen in der Stadt Yiliang in der Provinz Yunnan zu sehen, die auf der Strasse ausharrten. Für die Obdachlosen wurden laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua tausende Zelte und Decken in die relativ abgelegene Gegend geschickt.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao machte sich einem Bericht des Staatsfernsehens zufolge auf den Weg in die Krisenprovinz, um sich über den Stand der Rettungsarbeiten zu informieren. Auch Mitarbeiter des Roten Kreuzes fuhren in das Erdbebengebiet.

Der Südwesten Chinas ist immer wieder von Erdbeben betroffen. Bei einem schweren Beben in der südwestchinesischen Provinz Sichuan waren im Mai 2008 fast 70'000 Menschen getötet worden.