19:35: Gaddafi-Sohn Mohammed geflüchtet

Laut Informationen des TV-Senders al-Dschasira ist Gaddafis Sohn Mohammed die Flucht gelungen. Er hatte sich nach dem Einmarsch der Rebellen am Abend zuvor ergeben und stand unter Hausarrest.

19:06: UNO kündigt Gipfeltreffen zu Libyen an

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat noch für diese Woche ein internationales Gipfeltreffen zu Libyen angekündigt. Teilnehmen sollten Vertreter von Europäischer Union, Afrikanischer Union, der Arabischen Liga und weiterer regionaler Organisationen, sagte Ban in New York. Als mögliche Termine für das Treffen in New York nannte er den Donnerstag oder Freitag. Zugleich bot Ban die Hilfe der UNO beim politischen Übergang an.

17:40 Gaddafi-Regime wollte vor Angriff Hilfe bei den USA

Laut CNN-Journalistin Sara Sidner formieren sich die Rebellen ausserhalb von Tripolis zum erneuten Angriff. CNN berichtet weiter, dass Gaddafi-Vertraute am Samstag versucht hätten, Kontakt zu den USA herzustellen, um den Angriff auf Tripolis noch zu verhindern.

17:35 Rebellen befreien angeblich 900 politische Gefangene

Gemäss Reporter kämpfen sich die Rebellen in Tripolis von Haus zu Haus vor, um Scharfschützen, die auf den Dächern stationiert sind, auszuschalten. Mittlerweile haben Gaddafi-treue Truppen aus dem Regierungsviertel heraus eine Gegenpffensive gestartet. Ein Sprecher der Rebelen berichtete, dass die Truppen wahllos in alle Richtungen schiessen würden.

Derweil haben die Rebellen laut regimekritischer Medien etwa 900 Häftlinge aus dem Gefängnis Ain Zara bei Tripolis befreit. Die meisten von ihnen seien politische Gefangene gewesen, so die Medien weiter. Auch seien in der westlibyschen Stadt Sawara unterdessen Kämpfe ausgebrochen, ebenso werden Kämpfe gemeldet von der tunesischen Grenze und von Brega.

17:25 Libyer erwarten weitere Nacht des Kampfes

In der britische BBC berichtet der Libyer Nuri, dass viele Bewohner ihre Wohnungen nur im Notfall verlassen würden. Er sei zwar kein Anhänger der Rebellen, doch helfe er ihnen, wo immer er könne. «Ich und meine Nachbarn bereiten uns auf eine weitere Nacht des Kampfes vor. Ich denke, Gaddafis Leute werden am Ende alle Gewalt einsetzen», so Nuri weiter.

Laut der «New York Times» bereiten sich die USA darauf vor, mehr medizinische Vorräte und andere humanitäre Hilfe nach Libyen zu bringen.

Die Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» teilt mit, dass sie mit einem «chaotischen Übergang» rechnet. Weiter fordert sie NATO auf, Racheakte, Plünderungen und derlei möglichst zu verhindern, wie sie beispielsweise nach dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein einst auftrat.

16:45 Merkel ist erfreut, dass Gaddafi die Macht verloren hat

«Guardian»-Reporter Martin Chulov twittert, dass Moussa Ibrahim, Gaddafis Regierungssprecher die Hauptstadt ebenfalls verlassen habe. Nach der Leibgarde, mehreren Scharfschützen und Botschaftsmitarbeiter kehren immer mehr Gefolgsleute Gaddafi den Rücken.

Die Arabische Liga hat dem Übergangsrat der Rebellen seine «vollständige Unterstützung» zugesagt. Des weiteren wolle sie helfen, einen friedlichen Übergang in ein neues System und Stabilität zu gewährleisten.

Über den Verbleib Gaddafis kann weiterhin nur spekuliert werden. Hingegen ist klar, dass wenn er gedenkt, Libyen zu verlassen, es eng werden könnte. Bislang wollte kein Land ihm Asyl anbieten.

Nach Guido Westerwelle hat nun auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Stellung bezogen. Sie kündigte eine «intensive Beteiligung» an und ist «erfreut, dass Gaddafi seine politische Macht verloren hat». Nun beginne der Wiederaufbauprozess und die Bildung demokratischer staatlicher Strukturen, so Merkel weiter.

16:35 Die Schweiz fordert Gaddafi zum Rücktritt auf

Erstmals fordert die Schweiz Muammar Gaddafi und sein Regime zum Rücktritt auf. Ein Blutvergiessen solle in jedem Falle verhindert werden, teilt das Departement für auswärtige Angelegenheiten mit.

Die Rebellen konnten einen weiteren diplomatischen Erfolg verzeichnen: Gemäss der Nachrichtenagentur AFP anerkennt Ägypten die Führung der Rebellen als legitime Vertretung der libyschen Bevölkerung.

16:00 Der Übergangsrat will Gaddafi «lebendig»

In diesen Minuten beginnt in Bengasi die erste Pressekonferenz des libyschen «Nationalen Übergangsrates» seit dem Einmarsch in Tripolis. Dabei sagte der Vorsitzende Mustafa Abdel Dschalil, dass man Gaddafi «lebendig» fassen wolle. Zudem versprach er einen «fairen Prozess», damit die Welt Zeuge sein könne von einem Verfahren gegen Gaddafi. Weiter kündete der Rat an, man wolle nach dem Sturz des Regimes Frieden und Recht durchsetzen. Die Revolution habe erst dann gewonnen, wenn Gaddafi festgenommen sei.

15:50 Auch die AU reagiert

Am Dienstag wird voraussichtlich ein Hilfsschiff, das von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gechartert wurde, Gastarbeiter und Einwanderer in Sicherhheit bringen. Das Schiff habe bereits die Rebellenhochburg Bengasi verlassen. Momentan halten aber noch immer Gaddafis Truppen den Hafen von Tripolis besetzt, es ist somit noch unklar, ob das Schiff wird anlegen dürfen.

Nun reagiert endlich auch die Afrikanische union (AU) und plant für den Nachmittag ein Krisentreffen.

Die Organisation «Ärzte ohne Grenzen» stuft die humanitäre Situation in Libyen als «besorgniserregend» ein. Die Sicherheitslage sei nach wie vor «völlig unberechenbar», wie ein Sprecher sagte.

15:30 Rebellen nehmen Staatsfernsehen ein

Mustafa Abdul Jalil, der Führer der libyschen Rebellen, gibt sich weiterhin kämpferisch: «Es ist erst zu Ende, wenn Gaddafi gefangen worden ist.» Zudem plädierte er dafür, vernünftig und menschenwürdig mit den Gefangenen umzugehen, so sollte beispielsweise niemand ausserhalb des Rechtssystems hingerichtet werden.

Die Rebellen haben mittlerweile das Gebäude des Staatsfernsehens in Tripolis eingenommen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Zuvor war die Satellitenübertragung des Gaddafi freundlich gesinnten Propaganda-Senders mehrmals unterbrochen worden.

15:15 Botschaftsmitarbeiter wechseln Seite

Medienberichten zufolge sollen mehrere libysche Botschaftsmitarbeiter die Seiten gewechselt haben, beispielsweise in Syrien und Marokko.

Derweil kündigt Frankreichs Außenministerium ein Treffen der Libyen-Kontaktgruppe an. Ziel ist es, eine Roadmap für Libyen auszuarbeiten.

15:00 Libyscher Premier geflohen

Verschiedene Twitter-Meldungen berichten, dass in den Orten Al Jamil und Zuwarah Gaddafi-Truppen auf Zivilisten und ein Krankenhaus schiessen.

Al Jazeera berichtet, der ehemalige libysche Ministerpräsident Al Baghdadi Al Mahmudi, der sich vor wenigen Stunden aus Libyen abgesetzt und gegen Muammar Gaddafi gewandt hat, soll sich auf der tunesischen Insel Djerba aufhalten.

14:40 «Gaddafi must stop fighting - without conditions.»

Cameron findet deutliche Worte in seiner Rede heute Mittag. (Siehe auch Eintrag um 12:50 Uhr)

Cameron 2

Cameron findet deutliche Worte gegen Gaddafi-Regime

14:30 Der Countdown läuft

Die Rebellen machen Ernst: Bis Dienstag wollen sie Tripolis ganz unter ihre Kontrolle bringen. Sie gehen davon aus, binnen 15 Stunden alle Stadtteile einnehmen zu können. Ein Rebellen-Kämpfer sagte, er habe gesehen, wie «die meisten Trupen Gaddafis sich aus den Strassen zurückgezogen haben». Weiter sagte er, sie seien nur noch einige hundert Meter von Gaddafis Residenz entfernt.

14:25 Gaddafis Premier geflüchtet

Der Fernsehsender Al Jazeera berichtet, dass Gaddafis Premierminister Bagdadi Ali al-Mahmudi nach Tunesien - genauer auf die Insel Djerba - geflüchtet sei.

14:20 Auch die USA beziehen Stellung

Für den amerikanischen Vize-Außenminister Jeffrey Feltman ist eindeutig, dass die Rebellen Tripolis übernehmen werden, wie er gegenüber ABC sagte. Gemäss seinen Informationen hätten die Rebellen das Staatsfernsehen unter ihre Kontrolle gebracht. Dem wiederspricht BBC, das besagt, dass das staatliche Fernsehen noch immer Propaganda für Gaddafi ausstrahlen würde.

14:15 ElBaradei freut sich auf den «Zug der Befreiung»

Gemäss Spiegelonline twittert Mohammed ElBaradei, ägyptischer Politiker und Präsidentschaftskandidat: «Der Zug der Befreiung (...) hat den Bahnhof verlassen und wird nicht anhalten. Der Traum verwandelt sich in Wirklichkeit.»

14:10 Gaddafis Scharfschützen ergeben sich den Rebellen

Abdel-Salam Jalloud, Gaddafis ehemalige rechte Hand, der letzten Samstag nach Italien geflohen war, bezweifelt, dass sich Gaddafi - wie von Cameron gefordert - ergeben werde. Weiter sagte er, dass Gaddafi sich nicht umbringen werde wie Hitler. Gemäss Al Jazeera flog auch ein Grossteil des Personals des libyschen Staatsfernsehens mit Jalloud mit.

Mittlerweile hat auch die EU Libyen Hilfe beim Wiederaufbau versprochen. So stellt Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) sieben Millionen Euro für ein Nothilfeprogramm (für Maßnahmen der Energie- und Wasserversorgung) in Aussicht.

Gemäss «Guardian» Reporter Martin Chulov haben sich Gaddafis Scharfschützen auf dem grünen Platz in Tripolis den Rebellen ergeben.

14:00 Wo ist Gaddafi?

Tripolis ist beinahe in der Hand der Rebellen. Doch von Gaddafi fehlt noch immer jede Spur. Es wird vermutet, dass er sich im kilometerlangen Bunkersystem unter seiner Residenz Bab al Aziziya versteckt hält. An was erinnert uns das?

Der Führer der libyschen Opposition, Mahmud Dschibril, wird in den kommenden Tagen zu einem Besuch in Paris erwartet, wo er mit Vertretern der internationalen Gemeinschaft über die Zukunft Libyens diskutierenn wird.

Gemäss Nachrichrtenagenturen ist auch der Süden von Tripolis noch immer heftig umkämpft. Auch im Stadtzentrum sollen Kämpfe ausgebrochen sein. Dies darum, weil Gaddafis Sohn Chamis seine Truppen dorthin geführt haben soll.

12:50 Kernpunkte von Camerons Rede

- Gaddafi muss aufgeben

- Gaddafi darf keine Bedingungen stellen; es wird keine Verhandlungen geben

- Gaddafi soll büssen für das, was er dem libyschen Volk angetan hat

- Grossbritanien sei stolz auf die Rolle, die sie gespielt hätten im libyschen Konflikt

-Die NATO wird ihre Einsätze solange fortsetzen, bis Gaddafi aufgibt

- Die UNO wird die neue Regierung unterstützen

12:40 Cameron fordert Gaddafi zur Kapitulation auf

Cameron sagt in  seiner Rede, Gaddafis Regime solle sich «voll zurückziehen» und aufhören zu kämpfen.

Gaddafi lässt weiterhin seine Residenz mit Panzern verteidigen. Die Lage rund um das Gelände sei angespannt, so ein Rebellenführer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Weiterhin seien Gaddafis Scharfschützen das Hauptproblem.

12:35 Grosse Anzahl Aufständischer gefallen

Der Einmarsch in Tripolis hat offenbar vielen Aufständischen das Leben gekostet. Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt. Gaddafis Truppen haben noch immer nicht aufgegeben. Viele Scharfschützen postieren sich derweil um das Rixos-Hotel, wo die internationale Journaille logiert.

Der Internationale Gerichtshof von Den Haag bemüht sich derweil um eine Auslieferung von Gaddafis Sohn Saif al Islam, berichtet der TV-Sender Al Arabiya.

12:25 Gaddafis Sohn Chamis führt Truppen nach Tripolis

Noch immer sind Scharfschützen auf den Dächern in Tripolis stationiert, die willkürlich auf die Zivilbevölkerung schiessen.

Der Nationale Übergangsrat plant einen schnellen Umzug von Bengasi nach Tripolis. Das Gremium wurde bereits von zahlreichen Ländern anerkannt.

Gaddafis Sohn Chamis führt derzeit eine Truppeneinheit ins Zentrum von Tripolis. Die Truppen haben Gaddafis Militärkomplex verlassen, wie al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise berichtet.

12:15 NATO kämpft erfolgreich gegen Gaddafi-Truppen

NATO-Kampfflugzeuge haben am Sonntag drei Kommandozentralen und eine andere Militäreinrichtung getroffen. Ebenso wurden Radaranlagen, Abschussrampen, Panzer, Panzerwagen zerstört. Dies eine überdurchschnittliche Ausbeute. Seit Beginn des Nato-Einsatzes am 31. März wurden 19.877 Einsätze geflogen, davon 7505 Kampfeinsätze.

12:05

«Jetzt ist Hilfe notwendig», sagte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, sobald sich die Lage in Libyen geklärt habe, würden Gaddafis Gelder wieder freigegeben. Zuvor fror die EU die Gelder ein. «Die Zeit des Despoten ist vorüber», Gaddafi müsse nun «seinen Platz räumen» und vor Gericht gestellt wereden.

12:00

Reporter berichten, dass hunderte Aufständische durch Tripolis ziehen würden. Eine Reporterin von «Channel 4» twittert, dass Einwohner den Aufständischen Milch und Wasser reichen würden. Derweil berichtet die Reuters-Reporterin Missy Ryan, dass um das Rixos-Hotel weiterhin Wachleute von Gaddafis Wachleute stehen würden. Es wäre momentan nicht möglich, das Hotel zu verlassen.

Auch China äussert nun Interesse, Libyen beim Wiederaufbau zu helfen. Noch vor Beginn des Krieges hatte China 35 000 Bürger in Sicherheit gebracht, die Investitionen Chinas beliefen sich auf ca. 18 Milliarden Dollar.

11:50

EU- Aussenpolitikchefin Catherine Ashton forderte Gaddafi in Brüssel zum sofortigen Rücktritt auf, um weiteres Blutvergiessen zu verhindern. «Wir sind Zeugen der letzten Momente des Gaddafi-Regimes». Libyen trete heute in eine neue Ära, so Ashton weiter.

Der britische Premierminister David Cameron wird in Kürze eine Rede zur Lage in Libyen halten.

11:45

Bis sich alle Gaddafi-Truppen den Rebellen ergeben haben, will die NATO ihre Patrouillenflüge fortsetzen, liess Brüssel verlauten. Zuvor hat die NATO die Rebellen massiv unterstützt.

11:40

Ein Revolutionär verkündete auf Al Jazeera die Festnahme eines hochrangigen Gaddafi-Gehilfen. Ebenfallsn soll bereits über die Konditionen verhandelt werden, zu denen die Soldaten Gaddafis die Waffen niederlegen sollen.

11:35

Die Schweizer Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey zeigt sich erfreut über das sich abzeichnende Ende des Konflikts. Sie begrüsse, wenn das libysche Volk zu mehr Freiheit und Demokratie komme, sagte sie. Zudem sei bereits ein Verbindungsbüro geschaffen worden. Ebenfalls wolle die Schweiz in Tripolis möglichst rasch eine Botschaft eröffnen.

Derweil überlegt sich Deutschland bereits, wie es beim Wiederaufbau Libyens helfen könnte. Nach Ansicht des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, gebe es «vielfältige Möglichkeiten», Libyen auf dem Weg zur Demokratie zu unterstützen. Gerade weil die Bundesrepublik sich nicht am Nato-Einsatz beteiligt habe, könne man nach der Ablösung Gaddafis eine wichtige Rolle einnehmen, sagte Ischinger gegenüber Deutschlandradio Kultur.

11:25

Ein libyscher Botschaftersvertreter erklärte in London, dass die Rebellen 95 Prozent von Tripolis kontrollieren würden.

«Heute ist der Tag der Entscheidung», sagte derweil der Militärsprecher der Aufständischen in Bengasi, Ahmed al-Bani. Gefechte habe es ausser in Tripolis sonst nur in Brega gegeben. 

Auf Al Jazeera rufen Rebellen die Soldaten von Gaddafi dazu auf, die Waffen niederzulegen.

Auch der Italienische Aussenminister Franco Frattini sagte, dass die R£egierungstruppen nicht mehr als 15 Prozent der Hauptstadt noch unter ihrer Kontrolle hätten. Gaddafi sei dafür verantwortlich zu machen, wenn es zu einem Blutbad komme

11:20

Louis XIV schrieb einst am Tage der französischen Revolution «rien» in sein Tagebuch, derweil laufen im libyschen Staatsfernsehen Kinderprogramme mit erbaulichem und Gaddafi-verherrlichendem Gedankengut, während der Krieg tobt.

11:15

«Wir haben eine harte, sehr harte Nacht hinter uns», bilanziert Rebellenkämpfer Hisham gegenüber der BBC die neuesten Ereignisse. «Es ist der beste Tag in meinem Leben. Ich fühle mich wie neugeboren, es ist nicht zu fassen. Freiheit ist Freiheit, unbeschreiblich».

Bereits wurde der «Grüne Platz» in Tripolis - einstigem Zentrum von Gaddafis Macht und Propagande - in den «Platz der Märtyrer» umgetauft, wie Al Jazeera berichtet.

11:00

Politiker aus der ganzen Welt scheinen sich nun gegen Gaddafi zu wenden. Nun stellt sich selbst China, das einst gegen einen NATO-Einsatz in Lybien war, auf die Seite der Rebellen. Sie respektierten den Entscheid des libyschen Volkes, liess die Chinesische Regierung verlauten.

10:55

«Verrichtet eure Pflicht» ruft ein hörbar erregter Gaddafi in einem Video des Lybischen Staatsfernsehens «tot oder lebendig, verteidigt Tripolis». Auch Frauen forderte er dazu auf, zu den Waffen zu greifen, um gegen die «Ratten» - gemeint sind die Aufständischen - zu kämpfen.

Gaddafis verzweifelter Hilferuf beim Volk auf dem lybischen Staatssender

Gaddafis verzweifelter Hilferuf über das libysche Staatsfernsehen

Derweil dementiert Südafrika weiter vehement die, wonach sie Gaddafi allenfalls Asyl gewähren würden: Gaddafi werde nicht nach Sädafrika kommen. Es sei auch kein Flugzeug entsandt worden. Doch werde Sädafrika im Falle eines Sturzes Gaddafis eine Rebellenregierung gegenwärtig nicht akzeptieren, sagte die Südafrikanische Aussenministerin.

10:35

Während im Land Krieg herrscht, bekommt die Zivilbevölkerung keine Hilfe, da das Lybische IKRK seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Sprecher Robin Waudo teilte mit, dass sie sicherheitshalber ihre Gebäude nicht verlassen würden. Es ist nun zu hoffen, dass die Delegierten trotzdem Hilfsgüter verteilen können - auch wenn völlig unklar ist, wie das geschehen soll.

10:30

Augenzeugen-Berichten zufolge sind Panzer von Bab al Aziziya weggefahren. Es ist dies der Gebäudekomplex, in dem Gaddafi unter anderem vermutet wird. Ob die Panzer nun geflüchtet sind vor den Rebellen oder ob sie die Gebäude zu verteidigen versuchten, ist noch unklar.

Des weiteren dementiert Südafrika Gerüchte, wonach man Gaddafi ins Exil verhelfen wolle.

10:20 Alle fragen sich: Wo ist Gaddafi? ISt er geflüchtet? Stellt er sich dem Kampf? Wird er den Märtyrertod sterben, den er immer von seinen Landsleuten gefordert hat? Der «Guardian» vermutet, dass sich Gaddafi nach Algerien abgesetzt habe oder sich zumindest in dessen Nähe befinde. Oder ist er doch in Tripolis? 

10:10 Die Kämpe in Tripolis dauern an. Noch immer sei ein beträchtlicher Teil der Stadt nach wie vor in Gaddafis Hand, sagte ein Kämpfer der Rebellen gegenüber Al Jazeera. Die Kämpfe seien noch lange nicht vorbei. Auch hätten Scharfschützen Gaddafis Stellung in der Nähe der vermuteten Residenz bezogen.

Ebenfalls sind Kämpfe rund um das Hotel Riox ausgebrochen, wo ein Grossteil der internationalen Journaille wohnt.

10:00

Die EU befasst sich bereits mit der Ära nach Gaddafi. Ein EU Sprecher sagte, man sei in Diskussionen darüber, wie das Land nach der Herrschft Gaddafis zu verwalten sei. Weiter wurde betont, dass die Zivilbevölkerung so gut wie möglich zu schützen sei.

09:50

Gemäss Zeugenberichten ist Rauch aus der Residenz Gaddafis aufsteige.

09:26

Der Kampf der libyschen Rebellen um die Hauptstadt Tripolis geht weiter: Ein AFP-Korrespondent berichtete am Montagmorgen von heftigen Gefechten in der Nähe der Residenz von Machthaber Muammar el Gaddafi. Quellen besagen, dass sich Gaddafi noch immer in seiner Residenz aufhält.

09:15 Übersicht

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Luis Moreno-Ocampo, bestätigte am Montag die Festnahme von Gaddafis Sohn Saif al-Islam. Der Nachrichtenagentur AP sagte er, Saif al-Islam Gaddafi sei von «Spezialkräften» der Aufständischen festgenommen worden.

Den Übergangsrat der Aufständischen rief Moreno-Ocampo auf, den Gaddafi-Sohn nach Den Haag zu überstellen. Gegen ihn liegt wie gegen Muammar al-Gaddafi selbst und dessen Geheimdienstchef Abdullah Senussi ein internationaler Haftbefehl vor. Ihnen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Ältester Sohn unter Hausarrest

Den ältesten Sohn Gaddafis, Mohammed al-Gaddafi, stellten die Rebellen unter Hausarrest. Mohammed al-Gaddafi selbst bestätigte am Telefon des Fernsehsender Al-Dschasira, dass die Aufständischen für seine Sicherheit garantieren würden. Während des Gesprächs mit Mohammed al-Gaddafi waren Schüsse zu hören, worauf der Telefonkontakt abbrach. Der Präsident des nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, bestätigte dem Sender, dass er für die Sicherheit des Gaddafi-Sohnes garantieren würde.

Der Aufenthaltsort von Machthaber Muammar al-Gaddafi selbst war nicht bekannt. In einer weiteren Audio-Botschaft, der dritten innerhalb von 24 Stunden, rief er am Sonntagabend die Einwohner erneut zur Verteidigung von Tripolis auf. Auf allzu viel Unterstützung aber dürfte er nicht mehr hoffen können, denn nach Angaben der Rebellen hat sich Gaddafis Leibgarde bereits ergeben.

Bilder vom Jubel auf dem Grünen Platz

Die Aufständischen brachten in der Nacht auf Montag den Grünen Platz im Herzen von Tripolis unter ihre Kontrolle. Verschiedene Fernsehsender zeigten Hunderte Menschen, die auf dem Platz feierten und Freudenschüsse abgaben. Andere schossen auf Riesenposter mit dem Konterfei von Gaddafi.

Die von Westen kommenden Rebellen-Kämpfer wurden in Tripolis von jubelnden Menschen begrüsst, wie ein AFP-Journalist berichtete. Während ihres Vormarschs lieferten sich die Aufständischen zunächst aber auch schwere Kämpfe mit Gaddafi-Anhängern. Gaddafis Sprecher Mussa Ibrahim sagte, in den vorangegangenen 24 Stunden seien 1300 Menschen in Tripolis getötet worden.

Gemäss NATO ist Gaddafis Regime am Bröckeln

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am frühen Montagmorgen in Brüssel, die Zeit sei gekommen, ein neues, demokratisches Libyen zu schaffen. Die NATO werde die Truppen Gaddafis beobachten und bombardieren, falls die Zivilbevölkerung durch sie bedroht sei.

Ein kanadischer Nato-Sprecher erklärte, die Angriffe seien nicht mit den Rebellen abgestimmt worden. «Wir reduzieren die militärische Stärke der Pro-Gaddafi-Truppen», sagte Oberst Roland Lavoie. «Die Opposition hat das zu ihrem Vorteil genutzt.»