• Santiago de Compostela In der spanischen Ortschaft befindet sich die Kulturstadt «Ciudad de la Cultura», die 1999 mit einem geplanten Budget von 108 Millionen Euro gebaut wurde. Bis dato wurden jedoch 400 Millionen Euro in die Stadt investiert und eines ist klar: es wird nicht weitergebaut. Die Stadt wird nicht vervollständigt – und das, obwohl ihr Unterhalt jährlich 1,5 Millionen Euro kostet.

  • Olkiluoto Im Jahr 2003 begann die Ausschreibung für den Reaktorblock 3 des finnischen Kernkraftwerks Olkiluoto. Geplant war die Inkraftsetzung im Jahr 2009, was aber mehrmals verschoben wurde. Ganze 10 Jahre später, 2019, soll der Reaktorblock nun fertig gebaut werden. Das anfangs gesetzte Budget von 3 Milliarden wurde um das dreifache überschritten.

  • Lolland Mit dem Fehmarnbelt ist ein Tunnel geplant, der Dänemark mit Deutschland verbinden soll. Der Strassen- und Eisenbahntunnel, der unter der Ostsee verläuft, sollte 2021 fertiggestellt sein, was nun auf frühestens 2028 verschoben wurde. Konkrete Daten könne man nicht liefern, da es an Deutschland liege, Dänemark hätte bereits alle Zulassungen. Sollte es erneut Verzögerungen geben, würde das geplante Budget von 7,4 Milliarden um 134 Millionen steigen.

  • Venedig Nach der Flut-Katastrophe im Jahr 1966 plante die italienische Wasserstadt einen Sturmflutsperrweg: die MOSE. Nach diversen Startproblemen und Baustopps soll die MOSE nun im Dezember dieses Jahres fertiggebaut sein – jedoch nur, wenn der fehlende Betrag in Höhe von 221 Millionen beigesteuert wird. Bis dato wurde das geplante Budget von 5,4 Milliarden um 600 Millionen überzogen. Auch wird berechnet, dass die Instandhaltung des Sturmflutsperrwegs 95 Millionen Euro im Jahr beträgt.

  • Stuttgart Neben dem Flughafen Berlin-Brandenburg ist Stuttgart 21 die grösste Baustelle Deutschlands. Das «Bahnhofsdesaster» hätte noch vor dem eigentlichen Baubeginn im Jahre 2010 beendet werden sollen. Statt 2008 wird das Verkehrsprojekt nun mit 17 Jahren Verspätung 2025 fertig sein. Auch die berechneten 2,5 Milliarden Euro sind in die Höhe geschnellt: 8,2 Milliarden soll Stuttgart 21 jetzt kosten. Immer wieder protestieren die Stuttgarter gegen den Bau, jedoch soll die Weiterführung des Projekts ökonomisch sinnvoller sein als ein Abbruch.

  • Köln Deutschland scheint geplagt von Milliardengräbern. Dazu zählt auch die Kölner Nord-Süd-U-Bahn. Nachdem die Idee für eine neue Metro schon in den 70er- Jahren aufkam, fing man 2002 mit dem Bau an. Geplant waren 8 Jahre, aus denen nun 21 geworden sind: Die U-Bahn wird nicht vor 2023 fertig sein. Schuld daran seien die Baufirmen, die gepfuscht und betrogen hätten. Ebenso sind die Verzögerungen dem Einsturz des Stadtarchivs im Jahre 2009 geschuldet, bei dem zwei Menschen getötet wurden.

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