Bei dem Unglück auf der italienischen Autobahn sind ungefähr 70 Menschen verletzt worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, 14 von ihnen schwer.

Unter den Verletzten sind elf Carabinieri und zwei Verkehrspolizisten. Die Präfektur hatte zeitweise von zwei Toten gesprochen. Am Abend korrigierte die Behörde jedoch laut der Nachrichtenagentur Ansa die eigenen Angaben – es sei nur ein Todesopfer bestätigt. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern gehe aber weiter.

Feuerball über acht Spuren

In einem am Abend veröffentlichten Video zeigte die Polizei den verheerenden Ablauf der Ereignisse: Darauf ist zu sehen, dass ein Tanklaster mit seiner leicht entflammbaren Ladung in einen Lastwagen am Ende eines Staus fährt.

Sofort steigen Flammen und dunkler Rauch auf. Als die Autobahn schon evakuiert ist, gibt es eine noch heftigere Explosion. Die Feuerball erstreckt sich weit über die acht Fahrspuren hinaus.

«Die Druckwelle war gewaltig», zitierte Ansa den Einsatzkoordinator der Feuerwehr, Giovanni Carella. Die Explosionen setzten eine gefährliche Kettenreaktion in Gang: Brennende Trümmerteile setzten andere Autos in der Nähe in Brand, die teilweise auch explodierten.

Teil von Brücke eingestürzt

Rund acht Minuten lang seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichteten Zeugen. Einige von ihnen befürchteten zunächst einen Anschlag. Aufgrund der enormen Hitze zerbarsten die Fensterscheiben von Gebäuden in der Umgebung.

Ein Video der Polizei auf Twitter zeigte, dass ein Teil der Autobahnbrücke, auf der der Lastwagen unterwegs war, einstürzte und ein klaffendes Loch in die Strasse riss.

Warum der Lastwagen auf der Autobahn 14 in Brand geriet, war zunächst unklar. Die Autobahn führt auch am Gelände des Flughafens Bologna entlang. Dieser war nach Angaben des Betreibers aber nicht betroffen. Auch habe es zunächst keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb gegeben.

Salvini: «Entsetzliche Explosion»

Innenminister Matteo Salvini sprach auf Twitter von einer «entsetzlichen Explosion» und dankte den rund 100 Einsatzkräften der Feuerwehr.

Dunkler Rauch hatte die Unfallstelle und die Umgebung eingehüllt. Mehrere Strassen mussten gesperrt werden. Wegen der starken Hitzeentwicklung hätten sich die Löscharbeiten zunächst als schwierig erwiesen, berichtete Ansa. Sie seien am Nachmittag aber abgeschlossen worden. (SDA)