Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen, werde eine "Welle" ähnlicher Schritte auslösen, sagte die stellvertretende Aussenministerin Zipi Hotovely am Montag dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. "Was wir bisher gesehen haben, war nur der Anfang".

Trump hatte am 6. Dezember verkündet, die US-Botschaft in Israel nach Jerusalem zu verlegen. Als erstes Land folgte Guatemala am Sonntag der umstrittenen Entscheidung. Mit weiteren Ländern wie etwa Honduras, Rumänien, den Philippinen und dem Südsudan stehe Israel bereits in Kontakt wegen einer Botschaftsverlegung, berichtete der israelische Rundfunk unter Berufung auf eine diplomatische Quelle. Demnach kann von konkreten Verhandlungen aber noch keine Rede sein.

Friedensbemühungen erschwert

Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt. Israel wie auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als ihre Hauptstadt. Kritiker werfen Trump vor, mit seiner Entscheidung für Jerusalem als israelische Hauptstadt die Friedensbemühungen im Nahost-Konflikt weiter erschwert zu haben.

Erst am Donnerstag hatte die Uno-Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit die Entscheidung der USA verurteilt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Für eine entsprechende, allerdings nicht-bindende Resolution stimmten 128 der 193 Uno-Mitgliedstaaten. Neun Staaten stimmten dagegen, 35 enthielten sich, 21 weitere Staaten blieben der Abstimmung fern. Zu den Staaten, die gegen die Entschliessung votierten, gehörten Guatemala und das Nachbarland Honduras.