Die Börsen reagierten zum Wochenauftakt nervös, Aktienindizes in Asien und Europa zeigten nach unten. Auch in der der Schweiz schloss der Leitindex SMI leicht im Minus. Der Goldpreis wiederum stieg auf ein Rekordniveau.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ermahnte die USA, ihre Schuldenobergrenze schnellstens zu erhöhen. Zudem rief der Fonds das Land auf, sein Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Ansonsten drohten Folgen für die Weltwirtschaft.

Ungeachtet der Lage scheinen Republikaner und Demokraten auf ihren Positionen zu beharren. Über das Wochenende andauernde Gespräche der Spitzen der beiden Parteien brachten keine Ergebnisse.

US-Präsident Barack Obama und seine Demokraten wollen neben Einsparungen vor allem reiche Amerikaner durch Steuererhöhungen an der Reduktion des Defizits beteiligen. Ausserdem kündigte Obama an, keine Vorschläge zu akzeptieren, die nicht die Staatsfinanzen bis ins Jahr 2013 - bis nach der Präsidentschaftswahl 2012 - absichern.

Drohung der Ratingagenturen

Für die USA steht viel auf dem Spiel. Die grossen Ratingagenturen haben mit einer Herabstufung des Ratings gedroht, das den USA die höchste Kreditwürdigkeit bescheinigt. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte könnten die USA dann nicht mehr ihren Zins- und Schuldenverpflichtungen nachkommen.

Auch Sozialhilfe- und Rentenbezüger sowie alle Staatsangestellten müssten auf ihr Geld warten. Ausserdem würden Kreditgeber zukünftig einen Risikoaufschlag für US-Anleihen verlangen. Damit müssten die USA noch mehr Zinsen zahlen.

US-Aussenministerin Hillary Clinton versuchte am Montag in Hongkong den grössten Kreditgeber der USA, China, zu beruhigen. Sie zeigte sich vor Unternehmern zuversichtlich, dass der US-Kongress sich noch rechtzeitig einigen werde. "Das politische Tauziehen" sei derzeit zwar "sehr intensiv", sagte sie. "Solche Debatten" seien in den USA jedoch auch aus historischer Sicht üblich.