Die Hilfe solle zudem genutzt werden, um bis zu einem Rücktritt des Machthabers Muammar al-Gaddafi die Bedürfnisse der libyschen Bevölkerung an Lebensmitteln und Medikamenten zu decken.

Dschibril bat bei einem Treffen mit der spanischen Aussenministerin Trinidad Jiménez um die Unterstützung Madrids. Jiménez sicherte Dschibril zu, dass die spanische Regierung alle Optionen prüfen werde, um die in Spanien gesperrten Konten und Immobilien Gaddafis als Kreditbürgschaft für die Übergangsregierung zu verwenden.

Nach Angaben des Finanz- und Ölministers im Übergangsrat, Ali Tarhuni, geht es um "mehrere Milliarden" Euro.

Der libysche Rebellenführer ermutigte spanische Unternehmen wie den Mineralölkonzern Repsol, nach Libyen zurückzukehren. Diese hatten sich nach Ausbruch des Bürgerkrieges im Februar aus dem nordafrikanischen Land zurückgezogen.

Dschibril versicherte, dass die Aufständischen alle mit dem Gaddafi-Regime geschlossenen Verträge respektieren würden, vorausgesetzt, sie stimmten mit den Interessen des libyschen Volkes überein.

Keine Verhandlungen geplant

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates mit Sitz in der ostlibyschen Stadt Benghasi sagte weiter, Verhandlungen mit dem Regime in Tripolis wären derzeit nicht geplant und könnten erst nach einem Rückzug Gaddafis von der Macht aufgenommen werden.

Gaddafi wolle aber keine Verhandlungen. Deswegen werde der Widerstand weitergehen. "Gaddafi weiss, dass er keine einzige Möglichkeit hat, die Macht zurückzuerobern. Deswegen will er alles vor seinem Abgang zerstören", sagte Dschibril weiter.

Gaddafi-Truppen verstecken Sprengfallen

Gaddafis Truppen hätten im Ölhafen von Brega Sprengfallen versteckt. Diese wollten die die Gaddafi-Truppen zünden, falls sie die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt verlören, sagte Dschibril in Madrid weiter.

Die gleiche Taktik hätten die Gaddafi-Truppen auch bei Ölfeldern angewandt. Brega gleiche einem "grossen Minenfeld", einige Ölanlagen seien "voller Bomben und Sprengsätze", sagte Dschibril. Um die Kontrolle über Brega toben seit Tagen Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen.