"Die Erinnerung an diese Schicksale erfüllt mich mit tiefer Trauer und Scham." Die Erinnerung müsse von Generation zu Generation weitergegeben werden. "Junge Menschen müssen wissen, welches Leid von Deutschland ausgegangen ist", sagte Merkel. Gemeinsam mit dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer legte sie einen Kranz nieder.

Die Kanzlerin dankte Mannheimer und anderen Überlebenden. "Es ist eine grosse Ehre, dass sie mit mir die KZ-Gedenkstätte Dachau besuchen", sagte Merkel. "Herzlichen Dank, dass ich heute hier sein darf."

Ihr Besuch hatte zuvor auch für Diskussionen gesorgt, weil er in einem kurzen Zeitfenster zwischen zwei Wahlkampfauftritten in Erlangen bei Nürnberg und der Stadt Dachau stattfand. In Dachau trat Merkel im Anschluss in einem Bierzelt auf.

Modell für alle späteren KZ

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, der Holocaust-Überlebende Mannheimer habe die Kanzlerin zum Besuch der KZ-Gedenkstätte eingeladen, nachdem er von ihrem geplanten Auftritt in der Stadt erfahren habe. Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland verteidigte die Regierungschefin.

Das KZ Dachau diente den Nationalsozialisten als Modell für alle späteren Konzentrationslager. In den zwölf Jahren seines Bestehens wurden dort und in zahlreichen Aussenlagern mehr als 200'000 Menschen aus ganz Europa gefangen gehalten. Mehr als 43'000 Häftlinge wurden ermordet.