Konkret in diesem Zusammenhang nannte Van der Bellen im am Montag publizierten Interview das Atomabkommen mit dem Iran, das von Washington mit beschlossen wurde. Dann habe Washington das Abkommen "ohne jeden Anlass" aufgekündigt und anschliessend europäischen Unternehmen unter Androhung von schwerwiegenden Sanktionen Geschäfte mit dem Iran untersagt. "Das geht meines Erachtens zu weit", sagte der österreichische Staatschef.

Van der Bellen warnte zugleich vor einem Europa, das sich künftig noch stärker mit verschiedenen Geschwindigkeiten entwickelt. Man dürfe es nicht übertreiben, sagte er. Er habe darüber mit Österreichs unmittelbaren Nachbarländern ausführlich gesprochen. "Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass es ein Kerneuropa gibt und sie nur am Rand stehen", sagte Van der Bellen. "Das wäre gefährlich. Sie wollen dazugehören."