Dies sagte Thaci vor einem Westbalkan-Treffen in Berlin zur Nachrichtenagentur DPA. Er sei allerdings für eine "Korrektur von Grenzen" und die Eingliederung mehrerer mehrheitlich albanisch bevölkerter serbischer Gemeinden in das Staatsgebiet des Kosovos. Serbien solle im Gegenzug dafür eine Perspektive für einen EU-Beitritt erhalten.

Serbien führt seit 2014 Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Aussöhnung mit dem Kosovo gilt aber als zentrale Bedingung dafür, dass die Gespräche irgendwann einmal erfolgreich abgeschlossen werden können. Das fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo war früher eine serbische Provinz und hatte sich 2008 für unabhängig erklärt.

Grosse Runde

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen an diesem Montag bei dem Mini-Gipfel in Berlin Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zwischen Serbien und seiner abtrünnigen Provinz Kosovo bringen. Eine deutsche Regierungssprecherin hatte am Freitag gesagt, für beide sei die Stabilität der Region von besonderer Bedeutung. Bei dem Treffen kommen Merkel und Macron mit den Staats- und Regierungschefs von Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Montenegro, Serbien, Slowenien sowie der für die Vermittlung im Kosovo-Konflikt zuständigen EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini zusammen.

Nach Angaben der Regierungssprecherin soll das Treffen im Kanzleramt vorrangig dem Meinungsaustausch dienen. Aus Élyséekreisen hiess es, Frankreich wolle in der Region wieder stärker Flagge zeigen. Historisch habe es ein enges Verhältnis mit Serbien. In Berlin solle es dezidiert nicht um die Erweiterung der EU gehen. Einen Vorschlag für eine deutsch-französische Initiative zur Lösung des Konflikts zwischen Serbien und Kosovo werde es zwar nicht geben. Merkel hält ein europäisches Engagement in der Region aber für wichtig, weil sich China und Russland dort um stärkeren Einfluss bemühen.

EU mit offenen Armen

Vor dem Westbalkan-Gipfel in Berlin warb EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn für eine zügige Aufnahme der Balkanländer in die Union. "Es geht nicht nur um die Menschen in Südosteuropa, es geht auch um unsere ureigensten Interessen", sagte Hahn dem deutschen "Handelsblatt" vom Montag. "Entweder wir exportieren Stabilität oder wir importieren Instabilität."

Die Balkanländer seien Nachbarn, betonte Hahn. "Ihre politische und wirtschaftliche Situation kann und darf uns nicht egal sein." Der Kommissar sprach sich für eine sukzessive Aufnahme der Länder des Westbalkan in die EU aus: "Wer als Land schneller in seiner Annäherung zur EU vorankommt, soll nicht darunter leiden müssen, dass andere Staaten langsamer sind. Wettbewerb auch unter Staaten ist gut und spornt an."