Die Teilnehmerzahl beruhte auf Schätzungen der norwegischen Nachrichtenagentur NRK, andere Medien berichteten, die Demonstration habe eine in der Geschichte des Landes »beispiellose» Grösse gehabt.

Die Polizei machte keine genauen Angaben, sprach aber von einer «riesigen» Teilnehmerzahl. Viele der Teilnehmer der Kundgebung in der Nähe des Hafens hielten Rosen in den Händen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Mehrere Strassen im Stadtzentrum waren für den Autoverkehr gesperrt.

Auch in zahlreichen anderen norwegischen Städten waren Trauerkundgebungen geplant. Am Mittag hatten die Menschen in Norwegen und anderen Ländern bereits mit einer Schweigeminute der Opfer des Doppelanschlags gedacht.

Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg zeigte sich überzeugt, dass der Anschlag Norwegen verändern werde. Es werde von nun an ein Norwegen vor und ein Norwegen nach dem Doppelanschlag geben, sagte er dem britischen Rundfunksender BBC. Sein Land werde aus der Tragödie «lernen», die norwegische Gesellschaft werde aber weiter offen und demokratisch bleiben. Keine Gesellschaft könne sich «100-prozentig vor Terror- und Gewaltakten schützen», sagte Stoltenberg.