Mindestens 142 Menschen kamen gemäss den jüngsten Informationen ums Leben. Auch die Nachbarinsel Bali war von den Erdstössen betroffen. Dort gab es nach Angaben der zuständigen Behörden mehrere hundert Verletzte. Tausende flohen in Panik aus ihren Häusern. Am Montag gab es immer wieder kräftige Nachbeben.

Tausende Einwohner und Feriengäste flohen nach dem Erdstoss vom Sonntagabend aus ihren Häusern beziehungsweise ihren Hotels ins Freie. Angst vor Nachbeben verbrachten viele Menschen die Nacht draussen - meist ohne Licht, weil auch zahlreiche Stromleitungen gekappt waren.

Über 140 Tote bei Erdbeben in Indonesien

Über 140 Tote bei Erdbeben in Indonesien

Am Montag gab es immer wieder kräftige Nachbeben. Nun versuchen viele Touristen, die Insel so schnell wie möglich zu verlassen. Im Video erzählen sie vom Erlebten.

"Wir sammeln uns hier im Dunkeln ohne Strom. Jeder ist draussen im Freien", sagte der Distriktchef von Nord-Lombok, Najmul Akhyar. Viele Schulen blieben am Montag geschlossen, weil nicht klar war, ob die Gebäude noch sicher sind.

Bisher keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Das Epizentrum des Erdstosses vom Sonntagabend lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte 18 Kilometer nordwestlich von Lombok im Meer - und damit weit entfernt von den Touristenzentren im Süden und Westen der Insel. Danach folgten auf den schweren Erdstoss zwei Nachbeben, eines davon mit einer Stärke von 5,4.

Die Schweizer Vertretung in Jakarta steht laut einer Mitteilung des EDA von der Nacht auf Montag mit den zuständigen lokalen Behörden in Indonesien sowie mit mehreren Schweizern in der betroffenen Region in Kontakt. Sie prüfe derzeit, ob Schweizer Staatsangehörige blockiert sind und Unterstützung durch Dritte benötigen.

Zum aktuellen Zeitpunkt gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Schweizer Staatsangehörige im jüngsten Erdbeben auf Lombok zu Schaden gekommen seien, teilte das EDA mit.

Zwei für den heutigen Montag geplante internationale Konferenzen mit Ministern aus Nachbarländern zu den Themen regionale Sicherheit und Terrorabwehr auf Bali und Lombok wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Alle bereits angereisten Gäste seien sicher und unversehrt, hiess es von offizieller Seite.

Zweites Unglück binnen kurzer Zeit

Erst vor einer Woche hatte auf Lombok die Erde gebebt. Die Erschütterungen hatten eine Stärke von 6,4. Mehr als ein dutzend Personen waren bei dem Erdbeben ums Leben gekommen und Tausende Häuser waren beschädigt worden.

In Indonesien kommt es häufig zu Erdbeben, weil der Staat am sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. Dort gibt es besonders viele Vulkane. Auch starke Erdbeben treten häufig auf und lösen zum Teil Tsunamis aus.

Nach dem jüngsten Beben war zunächst eine Tsunami-Warnung ausgelöst worden; diese wurde aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.