Vergangene Woche hatte die US-Website «Axios» Donald Trumps persönlichen Kalender veröffentlicht. 60 Prozent der Arbeitszeit waren darin als «Exekutivzeit» ausgewiesen. Was der US-Präsident in dieser Zeit treibt, ist nicht ganz klar. Kritiker spotteten, dass Erstklässler einen volleren Terminkalender hätten.

Den Vorwurf entspannter Arbeitszeiten wies er entschieden zurück. «Fakt ist, ich habe wahrscheinlich längere Arbeitstage als fast alle Präsidenten vor mir», verteidigte sich Trump darauf auf Twitter.

Ohnehin sei er sehr fleissig. Als er sein Amt antrat, hätte er «keine Wahl gehabt, als viele Stunden zu arbeiten.

In der Vergangenheit hatte Trump sich schon beklagt, er hätte keine Zeit seinem Hobby nachzugehen. Laut der «Washington Post» musste er während dem Shutdown ganze 69 Tage lang aufs Golfspielen verzichten. Erst am 2. Februar verabredete er sich mit den Profispielern Tiger Woods und Jack Nicklaus auf einem seiner eigenen Golfplätze in Florida.

50'000 Dollar-Simulator

Könnte die mangelnde Zeit Grund für seine neuste Anschaffung sein?

Gemäss einem Mitarbeiter der Regierung hätte sich Trump einen neuen Golf-Simulator ins Weisse Haus einbauen lassen – dieser soll ein ganzes Zimmer ausfüllen. Die Kosten von 50'000 Doller sowie die Installationsgebühren hätte er selber bezahlt.

So könnte der Golf-Simulator aussehen.

Damit ersetzte Trump denjenigen aus der Zeit von Ex-Präsident Barack Obama – dieser sei wesentlich schlichter gewesen. Trump hatte in der Vergangenheit seinen Vorgänger kritisiert, er würde zu oft Golf spielen.

Die «Washington Post» hat aber nachgeforscht. Tatsächlich steht Trump seit Amtsantritt im Schnitt jährlich rund 70 Mal auf dem Rasen – bei Obama waren es 38 Mal pro Jahr. Gezählt wurden nur jene Male, als die Präsidenten dabei gesehen wurden. Es könnten also auch mehr sein.

Bis jetzt habe Trump den Simulator noch nicht genutzt, sagt der Regierungsmitarbeiter.

Scharfe Kritik

Trumps neuste Anschaffung stösst vielen sauer auf. Nicht nur wegen seines lockeren Terminkalenders: Es sei auch unangemessen, sich während dem teilweise Regierungsstillstand einen 50'000 Dollar teuren Zeitvertreib im Weissen Haus einbauen zu lassen, während Hunderttausende keinen Lohn erhalten.

Hier ein paar ausgewählte Reaktionen:

«Trump vor zwei Tagen: ‹Kein Präsident hat je härter als ich gearbeitet› Trump heute: Installiert einen 50'000 Dollar teuren Golf-Simulator, der ein ganzes Zimmer ausfüllt, im Weissen Haus.»

«Ich dachte, die Leute wussten schon vom Golf-Simulator. Was dachtet ihr, was ‹Executive Time› ist?»

«Trump konnte nicht nach Mar-a-Lago (Anm. d. Red.: Einer seiner Golfplätze) während seinem Shutdown gehen, deshalb installierte er ein 50'000 Dollar teures Golf Videospiel im Weissen Haus. Zur genau selben Zeit, als 800'000 Bundesangestellte kein Gehalt erhielten. Trump gönnte sich seit den Midterms 300 Stunden ‹Executive Time›.»

«Trump hat einen Raum des Weissen Hauses in einen Golf Simulator umgewandelt. Ich schätze, es war die Bibliothek.»

«Trump hat einen 50'000 Dollar teuren Golf-Simulator angeschafft, um seine ‹Executive Time› produktiver zu gestalten.»