"Schnelles Handeln" sei geboten und auch noch möglich, hiess es am Montag in der Abschlusserklärung der Konferenz der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO).

Es bestehe immer noch "ein Zeitfenster", um die Hungernden zu unterstützen und sie in die Lage zu versetzen, ihre Existenzgrundlagen wiederaufzubauen. Hierzu seien sowohl humanitäre Soforthilfe als auch langfristige Massnahmen notwendig.

Die Situation ist dramatisch: In Ostafrika sind nach Schätzungen der UNO in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti, Sudan und Uganda rund 12 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen. In Regionen im Süden Somalias herrscht schwere Hungersnot.

"Hungersnot der Kinder"

Insgesamt 2,23 Millionen Kinder seien akut mangelernährt. UNICEF-Direktor Anthony Lake sprach von einer "Hungersnot der Kinder".

Josette Sheeran, Chefin des Welternährungsprogramms (WFP), einer Unterorganisation der FAO, sagte, viele Kinder hätten "weniger als 40 Prozent Überlebenschance". Die Not der Kinder in Somalia sei "das Schlimmste, was ich je gesehen habe".

Bewegungsfreiheit für Hirten

In Rom forderten die Experten und Politiker neben Soforthilfen auch langfristige Massnahmen, um den Hunger zu bekämpfen. Sie wollen, Hirten sowie Landwirten mit Viehzucht besondere Unterstützung zukommen lassen. Diese seien ein wichtiger Bestandteil der möglichen Nahrungsmittelsicherheit.

Im selben Kontext sei es auch entscheidend, die Bewegungsfreiheit der Hirten auch grenzübergreifend zu garantieren und abzusichern, hielt die Konferenz fest. Ebenso sei, die Vertreibung von Menschen zu vermeiden. Bauern und Fischern müsse zur Selbsthilfe geholfen werden.

Die Weltbank stellte am Montag 500 Millionen Dollar gegen die Hungerkrise bereit. Die EU-Kommission stockte am Wochenende ihre Hilfe für die Region um 60 Millionen auf 160 Millionen Euro auf. Bern wiederum stellte für die Bekämpfung der Hungersnot bereits vergangene Woche 4,5 Mio. Franken bereit.