Mit Rodríguez habe Venezuela nun eine Vizepräsidentin, die für "Dialog, Versöhnung und Verständigung" stehe, sagte Maduro bei ihrer Vereidigung. Zu Forderungen nach Verhandlungen mit der Opposition äusserte er sich nicht.

Die 49-jährige Rodríguez ist eine enge Vertraute des Präsidenten. Maduro hat sie nach eigenen Angaben beauftragt, Venezuela "auf internationaler Ebene zu verteidigen". Gemeint sind die US-Sanktionen gegen Venezuela und den staatlichen Ölkonzern PDVSA.

Rodríguez soll zudem Verbesserungen bei den öffentlichen Versorgungsunternehmen "koordinieren und unterstützen". In Venezuela gibt es immer wieder Unterbrechungen der Wasser- und Stromversorgung.

Maduro wird vorgeworfen, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte er durch die verfassunggebende Versammlung de facto das Parlament entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte.

Das südamerikanische Land leidet zudem unter einer schweren Wirtschaftskrise. Lebensmittel, Medikamente sowie andere Dinge des täglichen Bedarfs sind vielerorts knapp.

Bei der Präsidentschaftswahl am 20. Mai hatte Maduro sich mit deutlichem Vorsprung gegen seine Herausforderer durchgesetzt und eine zweite Amtszeit bis 2025 gesichert. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD hatte den Urnengang allerdings boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent.