Die Auszeichnung «Car of the Year» wird seit 1964 verliehen. Der Titel «Auto des Jahres» ist so etwas wie der «Oscar» der Auto-Branche, mit dem kleinen Unterschied, dass es nur einen Sieger gibt. Dies ist auch der grosse Unterschied zu praktisch allen Auszeichnungen, die sonst in der Auto-Industrie verliehen werden, wo es so viele Unter-, Neben- und überhaupt Kategorien gibt, dass jeder Hersteller mit einem halben Dutzend Trophäen nach Hause gehen darf. «Car of the Year» wird verliehen von einer Jury bestehend aus 58 Fachjournalisten aus 22 europäischen Ländern; die Schweiz verfügt über zwei Juroren, darunter auch Peter Ruch, der für die «Nordwestschweiz» das Thema Automobil bearbeitet.

Nicht immer war in den vergangenen 49 Jahren nachvollziehbar, weshalb der Sieger am meisten Stimmen abräumen konnte. Eigenartige Fahrzeuge wurden zum «Auto des Jahres» gewählt, 1978 etwa der vielleicht unbeliebteste Porsche aller Zeiten, der 928 (die Ikone 911 schaffte es dagegen nie), oder der Simca 1307, der 1976 gewinnen konnte, aber nie ein Erfolg wurde. Das Wahlprozedere ist ziemlich kompliziert: aus allen Neuheiten (für das Jahr 2013 waren es weit über 30) werden sieben Kandidaten gewählt (2013 waren es acht, weil der 7. Platz ex aequo geführt wurde), die in die engere Wahl kommen. Jeder Juror hat dann 25 Punkte zu vergeben, er muss einen eindeutigen Sieger bestimmen, darf einem Fahrzeug maximal 10 Punkte geben - und muss sein Urteil schriftlich begründen. Direkte Demokratie in ihrer reinsten Form.

Heuer standen folgende acht Fahrzeuge zur Wahl: Ford B-Max, Hyundai i30, Mercedes B-Klasse, Peugeot 208, Renault Clio, Subaru BRZ/Toyota GT86, VW Golf, Volvo V40. Auch bei dieser Auswahl muss man nicht ganz genau verstehen, wie sie zusammengekommen ist; die Bündner haben ja auch die Olympia-Kandidatur abgelehnt. Die «Nordwestschweiz» hätte aber gern den neuen Mazda 6 unter den letzten sieben Kandidaten gesehen, denn der Japaner bietet als eine der wenigen Neuheiten so etwas wie eine Innovation, eine Weltneuheit. Damit kann unter der übrig gebliebenen Kandidaten dann nur noch der Volvo V40 glänzen, der über einen Fussgänger-Airbag verfügt.

Doch die Entscheidung war dann ganz klar, so klar wie bisher erst einmal in der Geschichte von «Car of the Year» (1988 gewann der Peugeot 405 mit dem gleich grossen Vorsprung an Punkten). Die Rangliste:
1. Volkswagen Golf, 414 Punkte
2. Subaru BRZ/Toyota GT86, 202 Punkte
3. Volvo V40, 189 Punkte
4. Ford B-Max, 148 Punkte
5. Mercedes A-Klasse, 138 Punkte
6. Renault Clio, 128 Punkte
7. Peugeot 208, 120 Punkte
8. Hyundai i30, 111 Punkte

Der VW Golf, seit einer halben Ewigkeit das meistverkaufte Auto der Schweiz und unterdessen in seiner siebten Generation, mag vielleicht nicht das aufregendste Fahrzeug des Jahres gewesen sein (dieser Titel gehört den Subaru BRZ/Toyota GT86), doch in der Summe seiner Qualitäten ist er halt unschlagbar. Auch Peter Ruch von der «Nordwestschweiz» hat den Golf auf den ersten Rang gesetzt, «weil es fast unmöglich ist, am Golf irgendeine Schwäche zu finden.» Auch wichtig: vom Golf kommen in absehbarer Zukunft eine rein elektrische Variante sowie ein fortschritllicher Plug-in-Hybrid. Dass Subaru/Toyota auf den 2. Rang kamen, darf als Überraschung gelten, denn in den vergangenen zwei Jahren hatte die internationale Jury jeweils ein «grünes» Auto zum Sieger gekürt (2011: Nissan Leaf; 2012: Chevrolet Volt/Opel Ampera). Und übrigens: der VW Golf ist das einzige Automobil, von dem jede Generation - also unterdessen: 7 - bei der Wahl von «Car of the Year» einen Podestrang schaffte.