Doppelter Laderaumboden, Mantelablage, Multimediahalter, Abfalleimer, acht Flaschenhalter, dazu Fächer unter den Sitzen, in der Mittelarmlehne und natürlich ein grosses Handschuhfach.

Nein, vergesslich sollte man im neuen Skoda Octavia Combi besser nicht sein. Denn sonst kann die Suche ein wenig Zeit beanspruchen, bis man Verlorengegangenes wiedergefunden hat. Aber der tschechische Kombi ist eben ein Praktiker. Kein Lifestyle-Laster wie viele Konkurrenten. Einer, der sich durch seine cleveren Ideen auszeichnet. Und natürlich durch sein Platzangebot. Knapp zehn Zentimeter wuchs er im Vergleich zum Vorgänger in der Länge, der Radstand sogar noch ein wenig mehr. So konnte nicht nur das Platzangebot hinten vergrössert werden, auch der Kofferraum fasst nun 610 Liter. Selbst ein Passat Variant kommt da nicht mit. Bei umgelegter Rückbank, was sich nun bequem mit einem Griff vom Kofferraum aus erledigen lässt, fasst das Gepäckabteil sogar 1740 Liter. Wer dazu den Beifahrersitz flachlegt bringt bis zu 292 cm lange Gegenstände im Octavia Combi unter.

Doch es ist nicht nur der praktische Nutzen, der dem Skoda zu seinem Verkaufserfolg verhilft, es ist auch die technische Verwandtschaft mit Volkswagen. Und so kommt beim Combi wie schon bei der Limousine die MQB-Plattform zum Einsatz. Neben der Fülle an modernen und leicht zu bedienenden Infotainment-Systemen bietet der Kompakte auch viele Fahrerassistenzsysteme an. Ein radargestützter Tempomat, Front Assistant mit Notbremsfunktion, Lane Assist, Multikollisionsbremse, Müdigkeitserkennung, Schildererkennung, automatischer Einparkassistent und andere Unterstützer können gegen Aufpreis geordert werden.

Was natürlich den Basispreis von 21'550 Franken in luftige Höhen treibt. Doch wer das Transportvolumen des Octavia Combis gerne ausnutzt, der wird mit dem 105 PS starken Einstiegsmotor sowieso nur bedingt Freude haben. Der aufgeladene Vierzylinder geht auf Grund seines früh anliegenden Drehmoments von 175Nm zwar ausreichend flott ans Werk, bei höherer Belastung fehlen ihm aber schnell die Reserven. Angenehmer wirkt da schon der 1.6 Liter TDI. Mit 105 PS auf dem Papier nur gleich stark, dank 250Nm aber im Alltag deutlich entspannter zu fahren. Und sparsamer: 3,8 Liter/100km gibt Skoda an. Den kleinen Diesel gibt es auch in Kombination mit Allradantrieb. Das 4x4-System baut auf der aktuellen Haldex 5-Generation und aktiviert den Hinterachsantrieb durch eine öldruckbetätigte Lamellenkupplung, die das Drehmoment bedarfsgerecht und stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

In Kombination mit den an beiden Achsen wirksamen elektronischen Differentialsperren EDS und der leicht erhöhten Bodenfreiheit kommt der Octavia Combi 4x4 auch auf bergigen Schotterwegen ordentlich vorwärts. Dabei möchte man den Tschechen eigentlich gar nicht unnötig schmutzig machen, denn der Auftritt des Kombis ist wirklich gelungen. Schnörkellos, kantig, ja sogar ein wenig bullig tritt der Octavia Combi auf und zeugt so vom gewachsenen Selbstbewusstsein der Marke aus Mlada Boleslav. Die neue Formensprache tut der Modellpalette gut, denn nun ist ein Skoda mehr nur nützlich, sondern auch wirklich schön.

Der Kompromiss gelang auch bei der Fahrwerksabstimmung. Adaptive Dämpfer muss man zwar den teureren Konzernbrüdern überlassen, aber der Octavia schlägt sich auch mit der herkömmlichen Lösung wacker. Besonders die 4x4-Variante überzeugt durch eine angenehm komfortable Abstimmung, ohne bei zügigerer Gangart überfordert zu wirken. Dazu kommt ein guter Geräuschkomfort und das insgesamt sehr feine Ambiente im Innenraum des Tschechen. Die Materialanmutung ist an manchen Stellen vielleicht ein Stück robuster als bei A3 und Golf, doch der Skoda ist eben mehr dem Nutzen verpflichtet, als dem schönen Schein.