Das Elektroauto will unsere Mobilität verändern – und muss sich dabei selbst wandeln. Von einem kompromissbehafteten Vehikel für Trendsetter und Fans zum massentauglichen Alltagsauto ohne Wenn und Aber. Entscheidend ist vor allem ein Punkt: die Reichweite. Nicht weil man sie täglich voll ausschöpfen würde, der Durchschnitt in Europa liegt bei rund 30 Kilometer pro Tag, sondern weil eine hohe theoretische Reichweite die Angst vor dem Liegenbleiben nimmt.

Bisher fuhr der BMW i3 mit seiner 18,8-kWh-Batterie laut Norm rund 190 Kilometer. Das reicht zwar für den Alltag, schien aber für die meisten Kunden dann doch zu wenig zu sein, zumal die Anzeige für die verbleibende Reichweite stark schwankte, was dem Vertrauen in die neue Technik wohl nicht zuträglich war. Seit Ende 2013 ist der i3 nun auf dem Markt und hat sich damit eine kleine Auffrischung verdient. Markantestes Merkmal der Modellpflege ist die neue Batterie. Bei gleichem Gewicht und identischen Abmessungen kann sie nun bis zu 27,2 kWh speichern, was die Reichweite laut Norm auf 300 Kilometer erhöht. Natürlich weiss auch BMW, dass die unter Laborbedingungen ermittelte Normreichweite für den Alltag wenig aussagekräftig ist. Deshalb reichen die Münchner eine weitere Zahl nach: 200 Kilometer sollen im Alltagsbetrieb mit Klimaanlage, Heizung und im normalen Verkehr möglich sein. Das entpuppt sich auf der ersten Testfahrt als ehrliche und glaubwürdige Angabe. Ein Detail entpuppt sich aber als fast genauso wichtige Änderung: Die Anzeige für die Restreichweite wurde neu programmiert. Nun prognostiziert sie selbst bei vollgeladener Batterie nicht die theoretisch möglichen 300, sondern die realistischeren 200 Kilometer. Die Anzeige zählt kontinuierlich, macht keine grossen Sprünge und wirkt schon fast so normal, wie man das von der Tankanzeige im Verbrenner gewohnt ist. Ansonsten ist der Feinschliff am i3 dezent ausgefallen. Im Cockpit gab es etwas frischen Schwung und eine leicht veränderte Darstellung auf dem Navi-Bildschirm; grundsätzlich blieb aber alles beim Alten; oder besser beim Futuristischen, wie sich der i3 schon immer gab. Auch die Fahreigenschaften bleiben gewohnt gut; in der Stadt schätzt man den kleinen Wendekreis, die übersichtliche Karosserie und den spritzigen Antrieb. Der E-Motor stellt seine 250 Nm Drehmoment unmittelbar zur Verfügung, was vor allem an der Ampel Spass macht und hilfreich ist, um sich durch den dichten und hektischen Stadtverkehr zu schmuggeln. Der i3 kostet mit der vergrösserten Reichweite 38 200 Franken.

Das sind rund 1300 Franken mehr als für die weiterhin erhältliche Basis. Dieses Geld ist aber bestimmt sinnvoller investiert als für den benzinbetriebenen Range-Extender, der ebenfalls weiterhin erhältlich ist. Denn mit der Überarbeitung macht der i3 einen grossen Schritt hin zum massentauglichen Alltagsauto.