Ob man sie nun liebt oder hasst: Grosse SUV liegen längst nicht mehr nur in den USA im Trend. Auch in Europa sind sie immer häufiger anzutreffen. Das freut die Hersteller, weil die Grossen nicht nur Image, sondern natürlich auch Geld bringen. Doch birgt der Trend auch Herausforderungen. Im Vergleich zu den USA gelten in Europa strengere Verbrauchsrichtlinien. Es war für Ford also unumgänglich, den neuen Explorer, der ab Herbst in Europa erstmals zu haben sein wird, mit modernem und aufwendigem Plug-in-Hybrid-Antrieb auszurüsten.
Der Siebensitzer soll das neue SUV-Topmodell der Marke werden. Das zeigt sich schon an den Abmessungen und am Design: grosser Kühlergrill, breite Tagfahrleuchten, rustikal verkleidete Radhäuser und ein kantiges Heck, das Platz für Gepäck und Passagiere in der dritten Reihe schafft. Als kleines, aber wichtiges Detail fällt die zweite «Tankklappe» am vorderen Kotflügel auf. Hier wird die Batterie mit 13,1 kWh Kapazität geladen. Sie ermöglicht es dem Explorer, bis zu 40 Kilometer (laut Werk) rein elektrisch zurückzulegen. Der E-Motor leistet 74 kW (100 PS), was für den städtischen Betrieb, wo der E-Antrieb wohl zumeist zum Einsatz kommt, ausreichen dürfte.
Wird mehr Leistung benötigt, schaltet sich der Benzinmotor zu. Hier greift Ford auf den bekannten V6-Biturbo mit 350 PS und 10-Gang-Automatikgetriebe zurück. So kommt der Explorer auf eine Systemleistung von 450 PS und starke 840 Nm Drehmoment. Genug, um den grossen Wagen flott voranzubringen.
Mit 5,05 Meter Länge, 2,28 Meter Breite (mit Aussenspiegeln) und komplexer Plug-in-Hybrid-Technik an Bord dürfte er mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringen. Dafür kann er aber auch bis zu 2,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen und bietet ordentlich Platz: bis zu 2274 Liter Kofferraumvolumen verspricht Ford.
Trotzdem will – und muss – das grosse SUV sparsam mit Benzin umgehen. 3,4 l/100 km sollen laut Ford möglich sein. Um den Verbrauch zu optimieren, kann der Fahrer per Knopfdruck entscheiden, wie er die Batterieladung einsetzen will. So kann man beispielsweise auf der Autobahn Strom sparen und ausschliesslich mit Benzin fahren, um später in der Stadt rein elektrisch unterwegs zu sein.
Spezifische Fahrprogramme bietet das Allrad-SUV Explorer für Fahrten auch im Gelände oder für mehr Sportlichkeit auf kurvigen Strecken, zudem zahlreiche, inzwischen unverzichtbare Fahrassistenzsysteme. Vom Parkassistenten über einen Totwinkelassistenten bis hin zu einem Notbremssystem ist alles an Bord, was ein moderner SUV mitbringen sollte. So kann der Wagen mittels Radartempomat den Abstand zum Vordermann halten und die Lenkung übernehmen, um den Fahrer beispielsweise im Stau zu entlasten.


Sicher und stressfrei
Weiter soll der Explorer den Fahrer auch beim Ausweichen unterstützen oder Kollisionen mit Fussgängern oder Fahrradfahrern vermeiden können. «Es geht uns nicht darum, unsere Modelle nur der Technologie wegen mit diesen Assistenzsystemen auszustatten», so Torsten Wey, Leiter Fahrassistenz- und Sicherheitstechnologien von Ford Europa. «Im Mittelpunkt steht vielmehr das Erlebnis, möglichst sicher und stressfrei zu fahren. Der Fahrer soll sich am Steuer des Ford Explorer sicher und wohl fühlen.» Für Wohlbefinden soll schliessllich auch das Interieur mit gutem Platzangebot, digitalen Anzeigen und grossem 12,3-Zoll-Touchscreen sorgen, über den sich fast alle Funktionen bedienen lassen. Damit ist der Explorer, was übersetzt «Forscher» heisst, bereit für seine Expedition nach Europa.
Apropos Expedition: So heisst der grosse Bruder des Explorer, der aber weiterhin nur in den USA erhältlich ist.