Nach der ruhigen Weihnachtszeit startet das Auto traditionellerweise an der ersten Automesse des Jahres inDetroit wieder richtig durch. Eine erste Möglichkeit für einen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr. Eine Überraschung hat hier Kia abgeliefert. Die Koreaner zeigen den «Stinger», eine sportliche Limousine, die auch nach Europa kommen soll. Sie ist eine Weiterentwicklung der Studie «GT» von 2011; damit zeigt Kia, dass die Konzeptautos nicht nur Fingerübungen für die Designer sind, sondern es tatsächlich auch in die Serie schaffen können.

Der Stinger ist eine viertürige Limousine, die aber mit ihrem Fliessheck viel Coupé-Charme verströmt. Sportliche Ambitionen hegt die schmucke Limousine aber nicht nur beim Design. Als Antrieb stehen wahlweise ein 2-Liter-Benziner mit 255 PS und 353 Newtonmetern aus vier Zylindern oder ein V6-Biturbo mit 365 PS und 510 Nm aus 3,3 Litern Hubraum zur Verfügung. Geschaltet wird per Achtgang-Automatik, wahlweise wird der Stinger mit Allrad- oder Hinterradantrieb zu haben sein.

Der stärkste Kia aller Zeiten soll in 5,1 Sekunden auf 100 km/h sprinten und bis zu 269 km/h schnell sein. Wann die 4,83 Meter lange Limousine nach Europa kommt, ist noch nicht bestätigt.

Luxus aus Fernost

Lexus zeigt in Detroit die Neuauflage des LS. Seit 1989 ist der LS das Aushängeschild der edlen Toyota-Tochtermarke. Der neue LS wirkt filigraner und geschwungener als sein Vorgänger und will ebenfalls eine Coupé-artige Linienführung andeuten. Dafür wurde der Radstand um 35 Millimeter gestreckt, der 5,24 Meter lange LS wurde aber um rund 15 Millimeter flacher.

Auch unter dem Blech hat sich viel getan. So gibt es neu anstelle eines Achtzylinders einen V6 mit doppelter Turboaufladung, der die Fahrleistungen eines V8 erreichen soll – auch dank um 90 kg reduziertem Gewicht und 10-Stufen-Automatik. Dank 421 PS und 621 Nm soll es in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h gehen. Nebst Hinterradantrieb soll es optional auch einen Allradantrieb geben.

Zukunftsidee mit vier Ringen

Audi hat in Detroit zwei grosse Neuheiten zu bieten. Zum jüngst präsentierten Q5 gesellt sich nun die sportlichere Variation, der SQ5. Während der Vorgänger in Europa noch mit 313 PS starkem Diesel angeboten wurde, ist das sportliche SUV nun ausschliesslich mit 3-Liter-Turbobenziner und 354 PS erhältlich.

Erst als Studie zeigt die Marke mit den vier Ringen auf der US-Messe den Q8; erste Prototypen des dynamischen Ablegers des Q7 wurden aber bereits bei Testfahrten am Polarkreis gesichtet. Gut möglich also, dass die Serienversion noch 2017 enthüllt wird. Technisch basiert der Q8 auf dem Q7, mit 5,09 Metern Länge und einem Radstand von 3 Metern verdeutlicht das auch die Studie. Die flache Dachlinie soll dem Q7 eine Coupé-hafte Erscheinung bescheren, womit sich Audi nun wohl auch am erfolgreichen Geschäft mit SUV-Coupés wie dem BMW X6 beteiligen will. An der Front ist der Q8 mit dem Single-Frame-Grill in neuer Form klar als Audi erkennbar.

Angetrieben wird der Q8 von einem Plug-in-Hybrid, bestehend aus einem 3-Liter-TFSI-Benzinmotor mit 333 PS und 500 Nm und einer E-Maschine mit 100 Kw und 330 Nm. Die Systemleistung liegt damit bei 450 PS und 700 Nm maximalem Drehmoment.

Damit soll das Q8-Concept in 5,4 Sekunden 100 km/h erreichen. Die im Heck untergebrachte Batterie speichert 17,9 kW/h, was für 60 Kilometer rein elektrische Fahrt reichen soll; den Normverbrauch gibt Audi mit 2,3 l/ 100 km an. Für die Serie dürften dann aber auch herkömmliche Dieselmotoren, ähnlich wie im Q7 zum Einsatz kommen; derzeit mit bis zu 435 PS. Auch ein Hybrid ist im Q7 bereits verfügbar, allerdings mit Dieselmotor.

Im Cockpit des Q8 Concept setzt sich der Trend zur Digitalisierung konsequent fort. So erfolgt praktisch die gesamte Bedienung über Touchscreens; der Dreh-Drück-Knopf auf dem Getriebetunnel gehört damit der Vergangenheit an. Auch Tacho und Drehzahlmesser werden ausschliesslich digital dargestellt.

Zudem werden dem Fahrer wichtige Informationen per Head-up-Display eingeblendet. Neu ist hier die Darstellung; dank augmented reality sind die Informationen nicht nur im Sichtfeld, sondern scheinen in die reale Umgebung eingepflanzt. Die Navigationsanweisung ist also nicht nur ein einfacher Pfeil, sondern ein Pfeil an der Stelle, wo man effektiv abbiegen soll.