Ein bisschen Spass muss sein! Obwohl: Was die Autohersteller 2016 an den grossen Messen auffahren, das ist deutlich mehr als nur ein bisschen. Die New York International Autoshow, noch bis 3. April, liefert wieder viele Beispiele dafür. Offenbar scheint dieser Weg nicht ganz falsch zu sein. Denn: Im Rahmen der Messe wurde der Mazda MX-5 zum World Car of the Year gekürt. Der kleine, leichte Japaner ist konsequent auf Fahrspass ausgelegt, was die Fachjury aus 10 Ländern überzeugte. Auch bei Mazda ist man vom Erfolg des kleinen Sportlers überzeugt: Die Japaner zeigen in New York zum ersten Mal eine Modellvariante des Roadster-Klassikers. Der MX-5 RF verfügt über ein festes Dach. Teilweise zumindest. Nur das mittlere Dachteil lässt sich elektrisch öffnen. Dazu wird die Dachkonstruktion hinter den Sitzen angehoben, ähnlich wie bei einem Porsche 911 Targa. Im Gegensatz zum Roadster geschieht dies vollautomatisch. Auch geschaltet wird im RF auf Wunsch automatisch mit sechs Gängen. Der MX-5 RF soll noch dieses Jahr auf die Strasse rollen und rund 2500 Franken mehr als der Roadster, den es ab 23 200 Franken gibt, kosten.

Audi bietet Frischluft

Offen ist auch bei Audi angesagt. Die Marke mit den vier Ringen präsentiert an der New Yorker Messe den R8 Spyder. Der offene Renner kommt, wie das geschlossene Pendant, mit V10-Saugmotor. Aus 5,2 Litern Hubraum schöpft er 540 PS, womit der gut 1600 kg schwere Allradler die 100-km/h-Marke in 3,6 Sekunden knacken soll. Das Verdeck soll sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h innert 20 Sekunden öffnen und schliessen lassen. Wie schon beim Vorgänger lässt sich die Heckscheibe zwischen den Sitzen separat versenken – so kann man auch im Regen die wunderbaren Klänge des Zehnzylinders ungefiltert geniessen.

Nachgeschärftes Sportcoupé

Nur geschlossen ist nach wie vor der Nissan GT-R erhältlich. Der Supersportler aus Japan wird seit 2007 gebaut und wurde nun zum fünften Mal leicht überarbeitet. In der aktuellsten Auflage leistet der V6-Biturbo mit 3,8 Litern Hubraum nun 570 PS und 633 Nm. Die Optik wurde zart nachgeschärft. Unter anderem auch an der Front, sodass der Motor mehr Kühlluft einatmen kann. Das Doppelkupplungsgetriebe mit 6Gängen wurde neu abgestimmt, was den Sportler auch etwas komfortabler machen soll. Im Interieur kommen hochwertigere Materialien zum Einsatz. Die Preise für die Schweiz sind noch nicht bekannt, dürften aber weiterhin bei rund 116000 Franken starten. Marktstart ist noch für diesen Sommer geplant.

SUV-Coupé mit Stern

Bis September lässt das Mercedes GLC Coupé auf sich warten. Das SUV-Coupé ist mit 4,7 Metern gut 8 Zentimeter länger als der Plattform-Spender mit hohem Heck. So wirkt es gestreckter. Zudem baut es um 4 cm flacher, und die A-Säule wurde etwas stärker geneigt. Serienmässig verfügt der Neuling über ein Sportfahrwerk, und die Lenkung wurde im Vergleich zum GLC direkter ausgelegt, um dem sportlichen Anspruch nicht nur optisch gerecht zu werden. Gegen Aufpreis sind adaptive Dämpfer und gar eine Luftfederung erhältlich.

Zum Marktstart in September rollt das SUV-Coupé mit Vierzylinder-Dieselmotor zum Händler. Gegen Ende des Jahres soll der AMG GLC 43 4Matic mit Allradantrieb und 367 PS starkem V6 folgen. Auch eine sparsame Plug-in-Hybrid-Variante ist geplant.

Dicker Brummer

Die Ford-Edelmarke Lincoln setzt beim Heimspiel in New York ebenfalls auf ein SUV. Der riesige Navigator ist schon seit längerem das Aushängeschild der Marke – und das soll auch so bleiben. Das XXL-SUV sorgt mit seinen riesigen, nach oben aufschwingenden Flügeltüren für Aufsehen. Pro Seite gibt es nämlich nur eine Tür. So gleitet fast die ganze Seitenwand nach oben. Bescheidener geht es, zumindest für US-Verhältnisse, unter der Haube zu und her. Die Zeiten des grossvolumigen V8 sind hier vorbei. Das Navigator Concept wird vom 3,5-Liter-V6 mit Biturbotechnik aus dem Ford-Regal angetrieben. Das soll den Verbrauch deutlich senken, auch wenn ein Hybrid- oder E-Antrieb bei Lincoln offensichtlich noch kein Thema ist.

Spass und Sparsamkeit

Traditionsgemäss mit Hybrid ist hingegen Toyota unterwegs. Die Japaner zeigen in den USA den Hybrid-Pionier Prius mit neuem Plug-in-Hybridantrieb. Der Prius Prime soll so gerüstet mit nur 1,4 Litern Benzin auf 100 Kilometer auskommen, was ihn zum derzeit sparsamsten Benziner macht. Das ergibt einen CO2-Ausstoss von lediglich 32 Gramm pro Kilometer. Möglich wird dies durch die Batterie mit 8,8 Kilowattstunden Kapazität. Damit soll der Prius Prime über 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können, bevor der aus dem Prius bekannte 1,8-Liter Vierzylinder zugeschaltet wird. Bis der Prius Prime nach Europa kommt, dauert es noch eine Weile: Erst im Herbst 2017 soll es so weit sein. Vermutlich schon vorher kommt der überarbeitete GT86 auf die Strasse. Toyota hat das Sportcoupé optisch leicht aufgefrischt und die Leistung von 200 auf 208 PS etwas angehoben. Damit regiert in New York auch bei Toyota nicht nur die Vernunft. Ein bisschen Spass muss nun mal sein.