Über 90 Prozent aller verkauften, leichten Nutzfahrzeuge werden für ihren Einsatzzweck in irgendeiner Form modifiziert. Der Blumenhändler stellt ganz andere Anforderungen an seinen treuen Begleiter als zum Beispiel ein Schreiner oder ein Kundenmaurer. Ein gewaltiges Potential also. Allerdings ist die Qualität der Umbauten höchst unterschiedlich. Hier setzt Opel mit einem Zertifizierungssystem an. Bereits sind über 100 verschiedene Umbauten von etwa 50 Partnerunternehmen in ganz Europa von den Rüsselsheimern zertifiziert. Bis Ende 2013 will Opel mindestens 100 weitere Umbauten zertifizieren. Will heissen, Opel ist teilweise bei der Entwicklung, ganz sicher aber bei der Qualitätskontrolle der Betreibe, die einen Umbau anbieten, mit dabei. Das bringt viel, für beide Seiten. Opel hat Gewähr, dass die Veränderungen an ihren Fahrzeugen einem gewissen Standard genügen. Und, erhofft sich natürlich, dass wegen der Zertifizierung die Umbauer ihren Kunden häufiger Opel-Basisfahrzeuge empfehlen. Der Umbauer selbst kann mit dem Zertifikat dem Kunden signalisieren, dass er direkt mit dem Werk zusammenarbeitet, was wiederum Vertrauen schaffen soll.

Opel für den Feuerwehreinsatz

Opel für den Feuerwehreinsatz


Opel hat erkannt das es unmöglich ist, all die verschiedenen Versionen direkt ab Werk anzubieten. Weiterhin kommen einfach modifizierte Fahrzeuge (zum Beispiel Doppelkabine mit Alubrücke beim Movano) ab Werk, speziellere Umbauten überlässt man aber den Umbaufirmen. Der Plan von Opel ist es, neben der Produktsicherheit durch die Zertifizierung auch ein  Netzwerk aufzubauen. Die Produkte der zertifizierten Hersteller lassen sich über das Opel-Händlernetz europaweit bestellen. Damit sollen die jeweiligen Spezialbetriebe grössere Stückzahlen liefern können, was wiederum den Preis pro Exemplar senkt. Vorteil dieses Systems für den Endkunden: hat er sein Fahrzeug konfiguriert, geht dieses vom Werk direkt zur Umbaufirma, welche das Auto fertigstellt. Danach kann man es fixfertig beim Opel-Händler abholen. Dieses einfachere Handling spart Zeit und damit Kosten. Zu den zertifizierten Umbauten zählen unter anderem Aufbewahrungs- und Regalsysteme für Lieferwagen, Kühl- und Isotherm-Aufbauten für den hygienischen Transport von Lebensmitteln entsprechend den jeweiligen EU-Verordnungen sowie Sonderausführungen für Lieferwagen. Darüber hinaus gibt es Spezialanfertigungen für die Anforderungen von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr sowie Rampen, Hebevorrichtungen und Hecktüren für Rollstuhlfahrer.
Opel Ambulanzfahrzeug

Opel Ambulanzfahrzeug


Natürlich ist die Garantie ein Thema bei Umbauten von leichten Nutzfahrzeugen. Die bei Opel übliche Zweijahresgarantie bei unbegrenzter Kilometerleistung bleibt für das Basisfahrzeug gültig. Gemäss Opel-Bedingungen muss der Zulieferer für den Umbau und sämtliche enthaltenen Modifikationen eine gleichwertige Garantie anbieten. Das heisst, der Kunde hat für das gesamte Fahrzeug eine einheitliche Garantie. Die Basisfahrzeuge kommen, wie die Umbaufirmen, aus ganz Europa. Die drei Modellreihen, welche Opel mit Gesamtgewichten von bis zu 4,5 Tonnen anbietet, entstehen allesamt in Joint Ventures. Der Vivaro läuft im britischen Vauxhall-Werk in Luton vom Band. Der Movano, der ebenfalls Bestandteil des Joint Ventures mit Renault ist, entsteht im französischen Batilly, während der Combo in Kooperation mit Fiat in Bursa (Türkei) entsteht.