Nein, sie haben keinen guten Ruf bei den Autofahrern – die Piloten der Kurierdienste und andere Fahrer von Lieferwagen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen. Diese leichten Nutzfahrzeuge erreichen ähnliche Fahrleistungen wie ein modernes Automobil, sind aber meist deutlich schwerer unterwegs – mit entsprechenden Konsequenzen bei Bremsweg und Fahrverhalten.

Lange Zeit war der Sprinter von Mercedes-Benz mit bis zu 150 PS der Traum aller Expresskuriere. Dieses Fahrzeug gab damals dieser Fahrzeuggattung einen Namen, mit der «Sprinter-Klasse» sind alle leichten Nutzfahrzeuge gemeint. Das Fahrwerk und die Sicherheitsfeatures waren damals den Fahrleistungen aber deutlich unterlegen. Entsprechend viele Unfälle gab es, auch sehr schwere, natürlich nicht nur von Mercedes-Fahrern verursacht. Seit dieser Zeit Ende des letzten Jahrtausends ist viel, sehr viel passiert. Aus den Blechbüchsen mit vier Rädern, keinerlei Komfort aber dicken Motoren sind Hightech-Gefährte geworden. Als Beispiel dafür soll eines der neuesten Modelle der «Sprinter-Klasse» gelten, der neue Ford Transit.

Schon äusserlich ist zu erkennen, dass ein modernes Nutzfahrzeug mehr ist als einfach ein möglichst billiges Transportmittel. Grosse Aussenspiegel – die natürlich beheizt sind – sorgen für den Überblick in den unverglasten Gefährten. Hinzu kommen Elektronik-Features, die noch vor wenigen Jahren nur der Limousinen-Topliga vorbehalten waren. Ein radargestützter Abstandstempomat, ESP oder auch Scheinwerfer, welche die Nacht zum Tag machen (inkl. Abbiegelicht) sind heute auch für leichte Nutzfahrzeuge verfügbar. Das ESP für den Ford Transit wurde zudem um eine spezielle Lenkwinkelkontrolle ergänzt. Diese Eigenentwicklung von Ford bremst das Fahrzeug in zu schnell angegangenen Kurven wie etwa Autobahnausfahrten auf sichere und stabile Weise ab. Ebenfalls an Bord sind die automatische Bremslastregelung, der Berganfahr-Assistent, die Rollbewegungskontrolle und die automatische Anhängerstabilisierung.

Zudem wird auch dem Wohlbefinden des Fahrers viel mehr Beachtung geschenkt. So gibts eine leistungsfähige Klimaanlage, gut stützende und mannigfach einstellbare Sitze und ein Audio- und Bluetooth-System, welches sich nicht vor jenem moderner Mittelklassewagen zu verstecken braucht. Alles, um den Fahrer möglichst fit zu halten. Hinzu kommen Spurhalteassistent, eine Rückfahrkamera und zahllose Ablagen, teilweise mit rutschhemmenden Oberflächen. Noch vor zehn Jahren ist ein Automobil mit ähnlicher Ausstattung als Raumschiff Enterprise bezeichnet worden. Wobei, so ganz perfekt hat Ford seine Aufgabe dann doch nicht gelöst. Die Rückfahrkamera zum Beispiel ist in die Hecktüre integriert. Öffnet man diese, um zum Beispiel rückwärts an eine Rampe zu fahren, sieht man – nichts.

Natürlich wurde nicht nur bei der Sicherheit und beim Komfort viel investiert, auch der Verbrauch wurde minimiert. Während es in den 90er-Jahren noch Lieferwagen gab, die locker 17 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbrannten, sind die Werte heute deutlich einstellig. Ford hat einen Transit im Programm, der nur 6,4 l/100 km verbrauchen soll. Zur Wahl stehen drei Vierzylindermotoren mit 100 PS, 125 oder 155 PS. Leider gibt es im neuen Transit ein Ausstattungsmerkmal nicht – ein Automatikgetriebe. Aber dafür lassen sich die Getriebe im neuen Transit so einfach bedienen wie in einem konventionellen Auto. Der Ford Transit ist ab sofort lieferbar und wird zu Preisen ab 29'900 (Kastenwagen) angeboten. Für ganz Umweltbewusste gibt es zudem Versionen, bei denen der Topspeed auf 100 km/h begrenzt ist.