Die Sommerräder selber zu montieren ist nicht schwer und spart Geld. Aber: wer einfach so drauflos schraubt kann leicht gravierende Fehler machen. Und dann kann es statt der vermeintlichen Ersparnis teuer oder gar gefährlich werden.

Gutes Werkzeug ist die wichtigste Voraussetzung, dass der Räderwechsel nicht zur Qual wird. Das beginnt beim Wagenheber.  Der bordeigene Wagenheber für die Panne unterwegs gedacht. Wer das meist aus billigen Materialien gebaute Teil zu oft nutzt, wird schnell ein Stück Alteisen in Händen halten. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass der Wagenheber nicht nur genügend Gewicht anheben kann (mindestens 1,5 Tonnen), sondern auch über eine ausreichende Hubhöhe verfügt. Vor allem bei den gerade boomenden SUV- und Crossovermodelle mit hoher Bodenfreiheit kommen Billigst-Heber rasch an ihre Grenzen.  Auch das Werkzeug sollte von guter Qualität sein. Nötig ist für einen Radwechsel nicht viel, trotzdem kosten die Werkzeuge etwas Geld.  Vorhanden sein muss ein Radkreuzschlüssel oder ein genügend gross dimensionierter Stecknusssatz, Drehmomentschlüssel sowie eine Drahtbürste. Bevor man mit dem Wechseln beginnt, sollte man die Sommerpneus optisch überprüfen. Ist die Profiltiefe noch genügend (laut Gesetz mindestens 1,6 mm, wir empfehlen mindestens 4 mm), sind Beschädigungen am Reifen oder an der Felge sichtbar? Ist alles okay, gehts an die Vorbereitung des Autos.

Wichtig: ein Drehmomentschlüssel

Wichtig: ein Drehmomentschlüssel

Wer von Alu- auf Stahlfelgen oder umgekehrt wechselt, hat meistens auch unterschiedliche Radmuttern zu den Felgen. Diese müssen auch verwendet werden, da diese Radmuttern einen unterschiedlichen Konus besitzen und nur zu Stahl- bzw. Alufelgen passen. Je nach Fahrzeug auch die zusätzliche Stecknuss für die Felgensicherung aus dem Kofferraum holen. Der Wagen muss gerade stehen, die Handbremse angezogen und ein Gang eingelegt sein. Bevor man den Wagenheber ansetzt, sucht man die richtigen Auflagepunkte. Im Zweifelsfall lieber in die Betriebsanleitung schauen. Vor dem Anheben löst man die Radmuttern leicht, ohne sie zu entfernen. Dann hebt man das Auto an, entfernt die Schrauben und nimmt das Rad ab. Die Räder dürfen getauscht werden, um sie gleichmässig abzufahren. Der rechte vordere Reifen soll rechts hinten montiert werden, links vorne gehört nach links hinten. Bevor man das neue Rad auf die Nabe setzt, sollte man diese mit einer Drahtbürste oder ähnlichem reinigen. Staub und Dreck auf der Nabe können dazu führen, dass die Räder nicht korrekt angezogen werden können und sich die Radmuttern nach einiger Zeit lösen. Mit verheerenden Folgen.


Bei der Montage der Sommerräder ist eine helfende Hand praktisch. Obwohl viele Räder aus Leichtmetall bestehen, sind sie nicht sonderlich leicht. Man setzt das Rad so an, dass die Felgenlöcher mit den Löchern des Radträgers übereinstimmen und zieht die erste Schraube handfest an. Nachdem alle Schrauben mit dem Werkzeug kreuzweise angezogen wurden, lässt man das Auto zu Boden. Nun kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz. Damit werden die Radschrauben, ebenfalls über Kreuz, auf die empfohlenen Werte nachgezogen. Angaben zum richtigen Drehmoment erhält man in der Betriebsanleitung oder beim Hersteller des Autos. Hat man den Wechsel erledigt, sollte man unbedingt den Reifenluftdruck kontrollieren. Die Werte dazu findet man entweder in der Betriebsanleitung, auf der Innenseite des Tankdeckels oder an der B-Säule auf der linken Fahrzeugseite. Der richtige Reifendruck ist extrem wichtig, einerseits um die Sicherheit zu gewährleisten, andererseits um die Lebensdauer der Reifen zu erhöhen.

So ein Radwechsel dauert bei geübten Personen etwa eine Stunde. Aber: natürlich kann man als Privatperson beispielsweise die Räder nicht auswuchten. Da sich die Pneus im Laufe ihres Lebens in Sachen Unwucht verändern können, sollte man die Räder welche auf die Lenkachse montiert werden, nachgewuchtet werden. Ansonsten drohen Vibrationen am Lenkrad. Zudem bieten viele Spezialsten auch eine Räderwäsche an, lagern die Beine des Autos fachgerecht und bieten meist einen sehr schnellen Service. Im Zweifelsfall empfehlen wir in jedem Fall den Gang zum Reifen-Profi.