190 000 Franken hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) der slowakischen Nichtregierungsorganisation Zivica überwiesen, um in den Städten Bratislava und Zvolen drei Gemeinschaftsgärten, sechs urbane Bienenstöcke sowie ein lokales Währungsprojekt umzusetzen. Als Experten wurden Vereinsmitglieder des Urban Agriculture Netz Basel (UANB) herangezogen, die gemäss Deza «über Erfahrungen in allen drei Projektbereichen verfügen».

Selbst UANB-Vize-Präsident Bastiaan Frich staunt über die Grosszügigkeit der Deza. «Es scheint, dass Gelder für Projekte im Ausland einfacher gesprochen werden. Für Projekte in Basel wie etwa den Gemeinschaftsgarten im Landhof haben wir grösste Mühe, selbst kleine Beträge zu erhalten. Oft bleibt uns nur die Möglichkeit des Crowd-Fundings, die wir auch beim Landhof-Projekt gewählt haben und bei dem noch nicht sicher ist, ob die nötigen 15 000 Franken zusammenkommen.»

Für ihre Experten-Tätigkeit habe UANB dagegen rund 20 000 Franken erhalten. Nebst einer Beratungsreise in die Slowakei sei zweimal eine slowakische Delegation nach Basel gereist, um sich die UANB-Projekte anzusehen. Dazu seien telefonische und schriftliche Beratungen gekommen. «Es war eine spannende Zusammenarbeit, auch für uns», so der Stadtgärtner. «Besonders das Projekt mit den urbanen Imkern ist in der Slowakei auf ein riesiges Interesse gestossen.»

Weiterführung sichergestellt

Nachdem die zweijährige Deza-Finanzierung im Rahmen des Partnerschaftsfonds in der Slowakei im Februar dieses Jahres ausgelaufen ist, übernimmt Zivica die Weiterführung des Projekts. «Wir werden die Gemeinschaftsgärten und ‹City Bees› für mindestens acht Jahre weiterführen, das war auch eine der Bedingungen für die Finanzierung», sagt Petra Jezekova von Zivica. Für die urbanen Bienen sei bereits ein Sponsor gefunden worden.

Die Slowakei sei sehr geeignet für urbane Garten- und Bienenprojekte, weil Gärtnern und Imkern tief in der slowakischen Bevölkerung verankert seien. Zudem gebe es in den Städten sehr viel ungenutzten und ungepflegten Platz, der sich in grüne Oasen verwandeln lasse. Über den Beitrag aus der Schweiz sei sie sehr dankbar gewesen.

«Die Finanzierung durch die Deza war überlebenswichtig und hat 90 Prozent der Kosten gedeckt – für die restlichen 10 Prozent hatten wir Sponsoren. Aber das Geld ist gut investiert, weil alle Projekte fortgesetzt und hoffentlich auch von Interessenten kopiert werden.»