Ins neue Jahr rutschen konnte man in unzähligen Basler Lokalen. Nur an einem Ort blieb das Licht aus: Im ehemaligen Terrorsamba an der Ecke Feldbergstrasse/Müllheimerstrasse. Das Lokal hat eine bewegte Geschichte: Unter den Namen Sicht-/Unsichtbar und Terra Samba noch Auffangbecken des Milieus, wurde es vom schottischen Musikliebhaber Gordon Bell erworben und vor zwei Jahren als Zwischennutzung zum hippen Hotspot.

Im April 2018 reichte Bell ein Baugesuch ein: Er wollte das Provisorium in ein neues Café mit professionellem Konzertlokal verwandeln. Dafür beauftragte er den Architekten Marc Bieri und holte mit Steffi Klär die langjährige Programmverantwortliche der Kuppel fürs inhaltliche Konzept ins Boot. Ebenfalls in den Startlöchern standen Gastronomin Lea Muggli und Soundtechnikerin Regine Wetterwald.

Eine grosse Party zum Jahreswechsel 18/19 sollte den Startschuss markieren. Warum blieb es still?

Weil sich das gesamte Umbauprojekt verzögert hat, wie Steffi Klär auf Nachfrage sagt. Nachdem das Baugesuch im April eingereicht worden war, gab es von diversen Ämtern Rückmeldungen und Rückfragen, die es zu klären galt. Ganz entscheidend aber trugen drei Einsprachen aus der Nachbarschaft zur Verzögerung bei, worauf man mit diesen das Gespräch gesucht habe.

Bauliche Massnahmen

Die Nachbarn fürchteten, durch laute Musik, aber auch durch nächtlichen Sekundärlärm auf dem Trottoir gestört zu werden. «Uns war es wichtig, dass wir den Leuten unser Projekt erklären und aufzeigen konnten, welche Investitionen Gordon Bell vornimmt», sagt Klär. Es gehe darum, die Räume mit baulichen Massnahmen so zu ergänzen, dass sie den Anforderungen der Lärmschutzverordnungen entsprechen.

Für den kleinen Konzertraum, der rund 100 Zuschauer fassen wird, ist eine Raum-im-Raum-Lösung in Massivbauweise vorgesehen. Eine Massnahme, für die in der Vergangenheit zum Beispiel auch beim Konzertkeller des Hirscheneck ein sechsstelliger Betrag ausgegeben wurde.
Die Massnahmen der Bauherrschaft überzeugten, die Einsprachen wurden abgewiesen, die Rekursfrist lief Ende 2018 ab. Damit steht der Baubewilligung nichts mehr im Weg.

Die Arbeiten werden Ende Februar beginnen, mehr als ein halbes Jahr später als geplant. Ende August soll der Umbau voraussichtlich beendet sein. Allerdings macht es wenig Sinn, in den Hitzemonaten zu eröffnen, weshalb eine Lancierung des neuen Lokals nun für Herbst 2019 angepeilt wird.

Dass sie so viele Monate untätig verstreichen lassen mussten und müssen, macht den künftigen Betreiberinnen allerdings einen Strich durch die Rechnung. «Wir müssen uns nun anderweitig über Wasser halten», bestätigt Steffi Klär.

Zwar sei unbestritten, dass man am Konzept «Café und Livemusik» festhalten werde. Offen sei aber, ob das Team personell genauso loslegen wird wie das vor einem Jahr geplant worden war. Fürs Programm wollte Klär auch auf das Netzwerk von Andrea Samborski und Jennifer Jans zählen.

Übrigens: Aus der eigenen Liegenschaft gab es keine Einsprachen. Kein Wunder: Unmittelbar über dem künftigen Konzertlokal wohnt der Bauherr selber: Gordon Bell.