Der Blick auf die Baustelle an der Ecke Riehenstrasse-Riehenring lässt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Sieben Bagger stehen auf dem Geröll, strecken ihre Schaufeln in die Höhe und reissen die Messehalle 3 gnadenlos nieder. Es kracht und dröhnt lautstark. Ein Zangenbagger kümmert sich um die obersten, noch stehenden Etagen des Gebäudes und trägt ein Stockwerk nach dem anderen ab.

Neben dem Ungetüm stehen zwei Bauarbeiter und zielen mit einem Wasserschlauch dorthin, wo sich die Zange des Baggers zu schaffen macht. «So wird verhindert, dass der Staub in der Luft herum fliegt», erklärt Wolfgang Schäfer, Gesamtprojektleiter des Messeneubaus. Am Rand der Baustelle wurde eine Art schwarzer Vorhang aufgehängt - als Schutz, damit beim Abbruch kein Geröll auf die Strasse donnert und Passanten gefährdet.

Stahlbeton als Grubensicherung

Damit der Messeneubau im Zeitplan bleibt, werden verschiedene Bauetappen gleichzeitig durchgeführt. «Deswegen kümmern sich die Bauarbeiter wenige Meter neben den Baumaschinen bereits um die Baugrubensicherung», führt Schäfer aus. Das heisst: Der Bauschutt wird aus der Grube gehoben und fachgerecht entsorgt. Dann werden Spundwände aus Stahlbeton und Stahl zur Sicherung der Baugrube in den Boden gerammt.

Der Abbruch der Messehalle 3 gestaltet sich zäher, als die bisherigen Gebäude-Zertrümmerungen. Grund: «Der Anteil Eisen im Stahlbeton ist sehr hoch.» Deswegen sei man mit den Arbeiten bei der Halle 3 knapp im Zeitplan, sagt Schäfer. Im Gegensatz zur Halle 1, die bereits dem Erdboden gleichgemacht worden ist. Dort ging der Abbruch schnell voran, weil das Gebäude ein Backsteinbau war. Steht man heute also vor der Baugrube der Halle 1, erscheinen einem die Arbeiten im Vergleich zur anderen Seite eher langweilig. Der Lärmpegel ist nicht mal halb so gross und riesige Zangenbagger, die sich durch den Beton fressen, stehen nicht mehr in der Baugrube.

Mittelbau bekommt seine Fassade


Ruhig aber zügig geht es mitten auf dem Messeplatz zu und her. Die Überdachung des Platzes - City Lounge nennt sich der Mittelbau offiziell - ist voll im Gange. 14000 Aluminiumlammellen werden derzeit angebracht. Vor allem von der Clarastrasse her ist bereits gut erkennbar, wie die glitzernde Fassade eines Tages daher kommen wird.

Der Neubau der Messehallen ist knapp bemessen. So muss es sein, denn an der nächsten Baselworld am 25. April 2013 muss der ganze Komplex stehen. Direkt nach der letzten Muba, am 23. April, wurde mit den Abbrucharbeiten der Hallen 1 und 3 begonnen. Drei Wochen zuvor kümmerten sich 130 Mitarbeiter um die Haustechnik in den damals noch stehenden Hallen - diese wurde komplett demontiert. Mitte Juni betritt der Baumeister die Baustelle und die neue Basler Messe wird bis im Oktober in die Höhe wachsen.

24 Stunden im Einsatz


Derzeit stehen «nur» etwa 100 Bauarbeiter im Einsatz, die in zwei Schichten zwischen 6 und 23 Uhr arbeiten, erklärt Wolfgang Schäfer. Wenn dann im Juni mit dem Neubau begonnen wird, werden zwischen 1000 und 1200 Arbeiter Hand anlegen. Und: «Steht die Gebäudehülle im Oktober, können die Arbeiter sogar in drei Schichten und während 24 Stunden arbeiten.»