Thomas Gander von der Veranda Pellicano mag die Bezeichnung «Buvette» eigentlich nicht: «Dieser Begriff hat sich etwas abgenützt, wir möchten hier etwas Neues machen», sagt er. Neues, das beinhaltet Konzerte, Lounge-Atmosphäre und eine wechselnde Speisekarte. In der Veranda Pellicano gibt es abends auch mal ein italienisches Buffet und einen DJ, der für die musikalische Untermalung sorgt.

Unterschiedliche Gäste

Ein Partylokal ist der neue Hotspot am Birsköpfli dennoch nicht. «Die Musik ist meist auf Sprechlautstärke reduziert. Bei Konzerten halten wir zudem ein sehr enges Kontingent ein», sagt Gander. Das Konzept scheint zu funktionieren. Vor rund einem Monat feierte die Buvette Eröffnung.

Begünstigt auch durch das anhaltend gute Wetter, sprach sich die Veranda schnell auch ausserhalb der Quartiergrenzen herum und lockt nun ein breites Spektrum an Gästen an: «Mittags essen viele Arbeiter bei uns, nachmittags sind es dann eher Familien, die bei uns sitzen. Und am Abend kommen dann jüngere Gäste, die sich bei uns einen Drink bestellen», sagt Gander, «das Projekt ist sehr gut angelaufen.»

Insbesondere über den Mittag könne die Kundschaft noch zunehmen, wenn die Bauarbeiten auf dem Roche-Gelände abgeschlossen sind. Bereits jetzt essen gemäss Gander einige Pharma-Mitarbeiter einen Teller Pasta ennet der Brücke.

Für den Gastro-Neuling wars ein Kaltstart: «Am Anfang musste sich auch das Wirte-Team noch finden, weshalb es manchmal länger dauerte, bis man bedient wurde. Die Gäste waren aber sehr tolerant.»

100 000 Franken investiert

Die Bar besitzt einen öffentlich zugänglichen Grill – eine Auflage der Stadt. Damit soll den Einweggrills Einhalt geboten werden, wie dies auch schon an der Oetlinger-Buvette geschieht. Die Veranda ist so was wie die Luxus-Version einer Buvette: Dafür sorgen nicht nur die Holz-Terrasse und die Pavillons im «Stil eines italienischen Landhauses», wie es auf der Website heisst, Gäste surfen dank WiFi auch kostenlos im Internet.

Gander hat mit zwei Jugendfreunden den Imbissstand übernommen und für rund 100'000 Franken renoviert. Im Zuge des Umbaus wurden die geschlossenen Pavillons geöffnet, um auf Regen vorbereitet zu sein. Lokale und internationale Street-Art-Künstler, wie Bustart oder Otto Schade gestalteten die Fassade. «Geplant ist, dass diese Fläche zweimal im Jahr neu bemalt wird», sagt Gander.

Die Idee für den Wirtsbetrieb ist im Zufall geboren: Die drei Gründer sassen bei einem Bier und dachten laut über Projekt am Birskopf nach. Am nächsten Tag stand die Ausschreibung für die neue Buvette im Kantonsblatt – Gander und seine beiden Freunde, Pascal Moor und Namensgeber Gabriel Pellicano bewarben sich spontan und erhielten den Zuschlag. Auch der Kanton profitiert vom laufenden Geschäft: Er ist am Umsatz des Gastro-Betriebs beteiligt.

Fondue-Plausch im Winter?

Der Vertrag gilt für das ganze Jahr über. Und auch wenn keine Heizung vorhanden ist und das Wasser bei Gefriertemperaturen abgestellt werden muss, denkt Gander bereits über eine Nutzung in der kalten Jahreszeit nach: «Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, Fondue- oder Raclette-Plausche im Winter zu organisieren.» Im Herbst könnten zudem Ausstellungen oder Lesungen stattfinden. Auf Laufkundschaft wie zur jetzigen Sommerzeit können die Veranda-Betreiber dann aber kaum hoffen.