Der erste Turm ist fast fertig. Der zweite Wolkenkratzer ist geplant. Das Pharmaunternehmen Roche ist mittendrin in der Rundumerneuerung ihres Hauptsitzes an der Grenzacherstrasse in Basel. Drei Milliarden Franken wird das Projekt kosten, und die Bauarbeiten werden rund zehn Jahre lang dauern. Die Dimensionen bereiten den Menschen rund um das Roche-Areal Sorgen, wie die bz erfahren hat: «Der Himmel verschwindet hinter den hohen Gebäuden», sagt Roland Hofmann, ein Bewohner des betroffenen Quartiers. Nicht nur die Türme seien ein Problem, sondern auch die Aufstockung der bestehenden Bauten.

Schattenwurf bereitet Sorgen

Ein neuer Verein soll sich dem Problem annehmen und sowohl mit der Stadt Basel, als auch mit der Roche verhandeln. Auf Ende März ist die Gründungsversammlung angesetzt. Die Verhandlungen mit den Verantwortlichen sollen bald beginnen. «Es geht nicht darum, den Bau zu verhindern. Aber wir wollen die Beeinträchtigungen verringern und die Wohnqualität in unserem Quartier erhalten», erklärt Hofmann, der sich als Vorstandsmitglied des neuen Vereins zur Verfügung stellen will.

«Das Areal entwickelt sich. Das löst Befürchtungen im Quartier aus», sagt Heike Oldörp vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel, das zwischen den Anwohnern und den Verantwortlichen der Roche vermittelt. Die Verdichtung würde teilweise als beengend empfunden. Hofmann erwartet Entschädigungen für die Lärmemissionen während der Bauzeit, für den Verlust an Wohnqualität und für den Schattenwurf der Roche-Gebäude. «Wir werden die Roche vor der Vereinsgründung über unsere Anliegen informieren», sagt er.

Wie Oldörp vom Stadtteilsekretariat weiss, sind viele Mieter und Hauseigentümer des Quartiers skeptisch, wie die Stadt mit dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen umgehen wird. Die zentrale Aufgabe des Vereins ist laut Hofmann die Vertretung der Hauseigentümer und der Anwohner. Für die Ausarbeitung eines Verkehrskonzeptes lägen bereits viele Vorschläge vor. Der Verein wolle auf Augenhöhe mit dem Baudepartement, dem dortigen Amt für Mobilität und der Roche verhandeln. «Der jetzige Plan der Stadt lautet so, dass mehr Busse auf der gleichen Strecke verkehren sollen», sagt Hofmann. Dies sei für die Anwohner allerdings eine zu grosse Belastung. Falls die Forderungen der Anwohner nicht erfüllt würden, würde der Verein Einspruch erheben. «Das würde zu einer Verzögerung führen und dies ist sicher nicht im Interesse von Roche», sagt er. Deshalb hofft er, dass sich die Roche selbst für einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel engagieren würde, sodass die Grenzacherstrasse entlastet werden kann.

Keine neuen Parkplätze

Bei der Roche seien aktuell keine Beschwerden von Anwohnern eingegangen: «Wir informieren Anwohner und Quartiervereine regelmässig über unsere Baumassnahmen. Sie wurden auch vorgängig über das Bauvorhaben der Roche informiert», sagt Karsten Kleine, Mediensprecher von Roche. Ausserdem stehe man in Kontakt mit der Stadt bezüglich des Ausbaus des öffentlichen Verkehrs. Für Autofahrer gebe es keine zusätzlichen Parkplätze auf dem Areal. «Wir bemühen uns um zusätzliche Möglichkeiten. Definitive Pläne gibt es aber noch keine.»