Nein, nein und nochmals nein. Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) des Grossen Rats will von den Regierungsplänen für die Erneuerung der Tramgleise und -haltestellen auf dem Bruderholz keinesfalls abrücken. Sie beantragt dem Parlament einstimmig, eine Anwohner-Petition abzulehnen.

Aus Sicht der vorberatenden Kommission ist die Realisierung einer Doppelhaltestelle Bruderholz an heutiger Lage nicht möglich. Die Haltestelle, die in einer Kurve liegt, soll um 70 Meter verschoben werden. Eine Haltestelle beidseits der Strasse, «Auf dem Hummel», würde zu einer markanten Verlängerung führen, weil dazwischen ein Fussgängerübergang zu erstellen wäre. Die Aufhebung von elf Parkplätzen als Folge des 23,6 Millionen Franken teuren Projekts war in der Uvek unbestritten, da es auf dem Bruderholz ausreichend Parkplätze habe. Hauptziel bleibt es, an den Haltestellen einen behindertengerechten Ein- und Ausstieg zu schaffen.

Überarbeitung gefordert

Kritik im Quartier hervorgerufen haben die vorgesehene Aufhebung der Haltestelle Airolostrasse und die Verschiebung der Endhaltestelle Bruderholz. Angeführt vom Neutralen Quartierverein Bruderholz wehren sich Anwohner deshalb mit einer Petition gegen eine Verschlechterung des öffentlichen Verkehrs auf dem Bruderholz. Sie fordern eine Überarbeitung des Projekts: Die Haltestelle Bruderholz (Hummel) solle an der heutigen Stelle bleiben oder um etwa 30 Meter nach Osten verschoben werden – aber nicht nach Westen wie vorgesehen. Gleichzeitig solle die Haltestelle Airolostrasse nicht nur erhalten bleiben, sondern auch auf behindertengerechte Massnahmen verzichtet werden, ebenso vorgeschlagen bei der Haltestelle Jakobsberg.

Die Verkehrskommission erkennt hier allerdings keine grösseren Probleme: Mit der Aufhebung der Haltestelle Airolostrasse entsteht ein Abstand von 370 Metern zwischen der heutigen Haltestelle Studio Basel und der Endhaltestelle. Die Uvek erachtet dies als vertretbar. Zudem sei an der Haltestelle Bruderholz eine Bike-and-Ride-Anlage geplant. In der Uvek wurde angeregt, solche Plätze auch an den Haltestellen Studio Basel und Jakobsberg zu schaffen. Die Verwaltung habe zugesichert, dies zu prüfen.

Uvek: Anhörung sei unnötig

Zwar sei die Petition erst offiziell eingereicht worden, nachdem der schriftliche Kommissionsbericht bereits verfasst gewesen sei. Weil die beiden Anliegen der Anwohner aber ohnehin diskutiert worden seien, habe die Uvek auf einen Rückkommensantrag verzichtet. «Eine Anhörung der Petentschaft hätte zu keinen neuen Erkenntnissen geführt», schreibt Uvek-Präsident Michael Wüthrich (Grüne) nun im Bericht zur Petition.

Zudem werde die Petition von mehreren Grossratsmitgliedern mitgetragen, betont die Uvek. Deshalb habe die Petentschaft Gelegenheit gehabt, ihre Anliegen während der Parlamentsdebatte einzubringen. Und weil das Ergebnis dort eindeutig für die Regierungsvorlage ausgefallen ist, habe die Uvek mit Einverständnis der Petentschaft auf eine nachträgliche Anhörung verzichtet.

Sollte der 23,6-Millionen-Kredit nun bewilligt werden, könnte die Umgestaltung Mitte 2020 gestartet und bis Ende 2022 abgeschlossen werden. Wird noch das Referendum ergriffen, kommt es zur Verzögerung.