Bereits eingangs des Messeplatzes empfängt einen der Geruch von Popcorn, Zuckerwatte und Sägemehl. Kaum auf der Rosentalanlage angelangt, befindet sich der Besucher definitiv in der Zirkuswelt. Drinnen herrscht schummriges Licht, das Stimmengewirr der zahlreichen Gäste verliert sich in den Höhen des Zirkuszelts. Mit den Zuschauerzahlen steigt langsam auch die Temperatur im Zelt. Alles bereit also für einen Abend in der Welt des Circus Knie.

Der Clown Rob Torres versteht es, das Publikum von Anfang an zu begeistern. Er fängt den zu Beginn verhaltenen Applaus in einer Holzkiste ein, um ihn daraufhin beim Öffnen des Deckels wieder freizulassen. Das Publikum steigt sofort auf das Spiel ein. Der New Yorker überzeugt mit seinen Einlagen zwischen den verschiedenen Programmpunkten. Ob als Hut- oder Becherjongleur, sogar als Biene – Torres zeigt sein Können und unterhält das Publikum.

Der schnellste Jongleur der Welt

Doch nicht nur die Zwischendarbietungen können sich sehen lassen. Während zweieinhalb Stunden treten 42 Artisten aus acht Ländern auf. Nach jeder Szene geniessen die Darsteller einen aussergewöhnlichen Applaus.

Allen voran Mario Berousek. Der Tscheche gilt als schnellster Jongleur der Welt. Dies zu glauben, fällt nicht schwer, in atemberaubendem Tempo schleudert er zahlreiche Keulen durch die Luft der Manege. Unterstützt wird sein Auftritt durch schnelle Musik und ein Lichtspiel, was das Tempo gefühlsmässig verdoppelt. Begleitet wird Berousek von begeisterten Zwischenrufen aus dem Publikum.

Auf die artistischen Nummern folgt das prägende Element des Schweizer Nationalzirkus: die traditionellen Pferdenummern der Familie Knie. Fredy Knie junior gibt einen kleinen Einblick in die Ausbildung und Dressur der Pferde, bevor er seinen Enkel Ivan Frédéric Knie auf seinem Hengst in die Manege bittet.

Der darauf folgende Maycol Errani schafft es nicht nur, bei 28 Pferden und 8 Ponys den Überblick zu behalten, sondern die Manege in ein «Pferdekarussell» in Schwarz und Weiss zu verwandeln. Kurz vor der Pause sorgt die vierjährige Chanel-Marie Knie für den Jöö-Effekt: Zusammen mit ihrem Pony, das neben ihr verhältnismässig gross wirkt, reitet sie durch die Manege.

Mozart trifft Zirkus 

Im zweiten Teil der Show präsentiert sich Franco Knie junior mit seinen zwei Elefantendamen. Sie beweisen, dass die imposanten Tiere nicht nur als Schaukelmasten dienen, sondern auch zählen können.

Zwischen vielen Spässen und noch mehr Salti unterhält der Clown Torres, ohne dabei viele Worte zu verlieren. Er holt ein Kind in die Manege und bringt ihm das Tellerdrehen auf einem Stab bei. Dann drückt er dem Jungen die Holzkiste in die Hand, worauf dieser wie selbstverständlich das Spiel wieder aufnimmt und das Publikum so zu einem rhythmischen Klatschkonzert bringt.

Die artistische Krönung folgte in der letzten Darbietung. Eine 13-köpfige Gruppe aus Russland lässt das Publikum mit ihren Einlagen am Schleuderbrett den Atem anhalten. Die interessant konzipierte Mozart-Interpretation lässt sich sehen – zu viel sei an dieser Stelle aber nicht verraten. Das Publikum fand die Vorstellung «phénoménal» und bedankte sich bei allen Artisten mit Standing Ovations.

Der Circus Knie gastiert noch bis zum 24. Juni auf der Rosentalanlage in Basel.