Basel ist eine Carsharing-Stadt. Gut 50 Mobility-Autos und 120 Catch-a-Car-Fahrzeuge sind täglich auf den Strassen unterwegs, mehrere Tausend Baslerinnen und Basler nutzen die Systeme. Ab März wird das Angebot durch zehn Lastenvelos mit Elektroantrieb ergänzt, wie das Basler Amt für Mobilität gegenüber der bz bestätigt. «Die Mobilitätsakademie, die in Bern bereits seit Oktober einen Lastenradverleih anbietet, ist auf uns zugekommen mit dem Wunsch, das Projekt auf Basel auszuweiten», sagt Martin Dolleschel.

Cargobikes seien eine ideale Lösung für viele Mobilitätsbedürfnisse in der Stadt, sei es ein grösserer Einkauf, den Transport der Kinder zur Kita oder für den gewerblichen Warentransport. «Die Lösung mit einem Verleihsystem für Gelegenheitsnutzer hat uns überzeugt. Wir sind sicher, dass dieses Pilotprojekt dem Transportmittel Cargobike in Basel weiter Auftrieb geben wird.»

«Basel ein spannendes Pflaster»

Alain Brügger, der das Projekt Carvelo2go in Bern leitet, freut sich auf die Expansion nach Basel. «Basel mit seiner autofreien Innenstadt ist für unser Pilotprojekt ein spannendes Pflaster und ein wichtiger Schritt hin zu einer nationalen Plattform für den Lastenvelo-Verleih.» Brügger spricht von 10 bis 20 Cargobikes, die in Basel angeboten werden sollen. Nebst dem Amt für Mobilität seien auch die Industriellen Werke Basel (IWB) mit an Bord, weitere Partner würden gesucht.

Der Betrieb des Lastenvelo-Verleihs funktioniert über die Website carvelo2go.ch als zentrale Anlaufstelle. Die Vergabe und Bezahlung der Bikes – die erste Stunde kostet fünf Franken, jede weitere zwei Franken – wird von sogenannten Hosts übernommen. «Das können Apotheken, Buchläden oder Cafés sein, die von uns mit einem Lastenvelo ausgestattet werden und die Herausgabe und Rücknahme übernehmen», erklärt Brügger. Diese würden auch die Barbezahlungen entgegennehmen und das Geld weiterleiten. «Die Hosts dürfen die Cargobikes für eigene Zwecke verwenden, beispielsweise für Warenlieferungen oder Einkäufe.»

Die eingesetzten Elektrobikes kosten rund 5000 Franken. Die Mobilitätsakademie ist derzeit auf der Suche nach Partnern in Basel, die das Projekt unterstützen, indem sie die Anschaffung weiterer Cargobikes finanzieren. «In Bern haben sich aber auch bereits Hosts bei uns gemeldet, die eigene Cargo-Velos zur Verfügung stellen und über die Plattform vermieten möchten», sagt Brügger. 18 Lastvelos sind derzeit in der Bundeshauptstadt im Angebot, 300 Benutzer haben sich seit Lancierung im Oktober registriert. Mit den durchschnittlich fünf Fahrten pro Tag, die via Carvelo2go gebucht werden, ist Brügger zufrieden. «Es ist ein guter Anfang, hat aber noch Potenzial.»

Beim Carsharing-Pionier Mobility sind Lastenvelos derzeit kein Thema, wie Sprecher Patrick Eigenmann auf Anfrage mitteilt. «Aber es ist eine tolle Idee, sich Mobilitätsmittel zu teilen, seien dies nun Autos oder Cargovelos. Letztlich geht es bei beidem darum, dass man auch ohne Privatauto effizient und lückenlos unterwegs sein kann.»