Baschi, worüber plaudern wir?

Auf dem Zettel steht: «scharf».

Magst Du es denn scharf?

Im Bett oder wo?

Reden wir erst mal übers Kulinarische.

Früher nicht so, ich musste mich daran gewöhnen. Mittlerweile mag ich scharfes Essen ganz gerne; ein feines Curry muss eine gewisse Schärfe haben. Man kann ein Essen damit aber auch kaputtmachen.

Du kochst selber leidenschaftlich gerne, bist bekannt für Deinen Risotto. Kommt bei Dir hin und wieder auch scharfes Essen auf den Tisch?

Klar. Ich koche oft mit Chili und Peperoncini, auch mit pikanten Ölen. Das kann einem Gericht einen gewissen Charakter geben. Es scharf machen (lacht).

Welche Zutaten sind für Dich beim Kochen unverzichtbar?

Knoblauch, Rosmarin, Thymian und ein gutes Olivenöl. Die Kräuter gebe ich feingehackt in meinen Risotto.

Und was kommt da sonst noch rein?

Meistens gibts Steinpilzrisotto. Ich mags klassisch und bodenständig, bin nicht der Typ, der Gerichte neu erfinden möchte.

Du bist jetzt auch Gastronom, tourst derzeit mit dem Foodtruck «Herr Bünzli» und dem Spitzenkoch Pascal Schmutz durch die Schweiz, am 25. Oktober machst Du vor dem Joggeli Halt ...

... ist man dann schon ein Gastronom? Vielleicht eher ein halber.

Also gut: Du versuchst Dich neuerdings in der Gastronomie.

Das war immer ein Traum von mir, und mit Pascal Schmutz habe ich einen tollen Mentor. Ich wollte auf einer anderen Ebene etwas probieren, vielleicht ein zweites Standbein aufbauen. Mit dem Erfolg in der Musik kann es jederzeit vorbei sein. Ich trete beim Foodtruck zwar auf, aber der Fokus liegt klar auf dem Kulinarischen. Es ist quasi ein kleines Food-Musikfestival.

Was gibts zu essen?

Rösti-Kroketten an einer Trüffel-Mayonnaise, Hacktätschli und etwas Scharfes: Chili-Würstli. Die Leute haben Freude daran.

Warum eigentlich vor dem Joggeli und nicht im Stadion?

Gute Frage ... Und geile Idee! Das müssten wir mal abchecken. Vorerst ist unser Foodtruck bis Dezember unterwegs. Es ist ein Versuch. Wenn wir Erfolg mit dem Konzept haben, ist es möglich, dass es kommenden Frühling eine Neuauflage gibt.

Beim Foodtruck präsentierst Du auch neue Songs: Vor einem Monat ist Dein achtes Album erschienen, «1986», dein Geburtsjahr. Warum dieser Titel?

Ich weiss es im Fall nicht (überlegt). Hab mich schwierig getan damit. Rückblickend war es eine gute Entscheidung. Ist ja auch etwas Persönliches, mit tieferer Bedeutung, so ein Geburtsjahr.

Du promotest «1986» ziemlich speziell: Andere Musiker «bashen» Dich auf Social Media. Weshalb bist Du so scharf darauf, Dich runtermachen zu lassen?

Es hängt mit dem Song «LSG», Liebe, Sex und Geld, zusammen. Büne Huber, Dabu Fantastic und andere singen über mich, über die Vorurteile, die man mir gegenüber hat: Der Baschi ist nur am Chillen, immer bekifft, eine Schlampe, und so weiter. Darüber wollte ich singen. Auch, weil in der Schweiz alle nett zueinander sind, hintendurch dann aber gemotzt wird.

Darf ich Dich auch bashen?

Ja sicher!

Ich finde das neue Album langweilig. Es sind zwar eingängige Songs; Ohrwürmer kannst Du echt gut. Aber es ist nicht mutig. Und singe bitte mal über etwas anderes als über Dich, Fussball und Liebe. Vielleicht ein politisches Statement? Oder übers Kochen?

So, ich geh jetzt (lacht). Nein, ich gebe Dir bei alledem recht. Ich habe durchaus eine politische Meinung, bin ein News-Junkie. Aber mein Sound ist kommerziell, es sind Lieder zum Mitsingen. Das ist meine Linie, und ich habe Spass daran. Da indiemässig auszubrechen, wäre ein grosses Risiko.

Das kannst Du Dir doch leisten. Du bist schon so lange dabei.

Nicht unbedingt. Du musst Dich immer wieder neu beweisen, jedes Mal die Gunst des Publikums gewinnen. Mit einem Stilwechsel würde ich einige Fans verlieren ...

... aber auch welche dazugewinnen.

Das ist wahr.

Könnte die Bashing-Idee daher rühren, dass Du voller Selbstzweifel bist?

Das nicht. Aber klar habe ich gewisse Selbstzweifel. Ich bin nicht der beste Sänger, nicht der beste Musiker. Deswegen habe ich mich immer ein bisschen runtergedrückt. Dabei höre ich oft, dass ich ruhig mehr von mir überzeugt sein darf.

Du bist 32 Jahre alt, schon Dein halbes Leben im Showbiz. Sind die Groupies immer noch scharf auf Dich?

Kann sein, aber das interessiert mich nicht mehr. Ich bin happy vergeben.

Mit Alana, der Tochter von Fussball-Legende Günter Netzer. Hat er Euch seinen Segen gegeben?

Ich denke schon. Als Alana ihn mir vorstellte, hatte ich ziemlich weiche Knie. Weil er so eine krasse Persönlichkeit ist.

Was habt Alana und Du für Pläne? Kommt bald der Storch?

Nein, das ist ein bisschen früh. Wir sind ja erst seit einem Jahr zusammen. Der nächste Schritt wäre, dass wir zusammenziehen. Ich denke, das wird bald ein Thema. Sie lebt in Zürich, ich in Basel, mein Studio befindet sich in Möhlin – ich fahre grade sehr viel Auto, lebe aus dem Koffer. Das geht natürlich nicht auf Dauer.

Die Frage ist nur, wo. Könntest Du Dir vorstellen, in Zürich zu leben?

Ich habe immer gesagt: Niemals! Aber mittlerweile ... Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich bald dahin ziehe. Sie mag Basel zwar, arbeitet aber im Kanton Zug. Und in Zürich findet halt die Musik statt.

Alana ist sehr hübsch. Was aber braucht es noch, damit Du eine Frau scharf findest?

Eine gewisse Selbstständigkeit finde ich sexy. Wenn eine Frau weiss, was sie will. Auch Humor ist wichtig. Und Natürlichkeit. Diesbezüglich ist Alana eine Erscheinung, mal abgesehen davon, dass sie zwei Köpfe grösser ist als ich (lacht). Okay, ein halber. Wenn sie hohe Schuhe trägt, ist der Grössenunterschied sehr gut sichtbar.

Stresst Dich das?

Wenn ich Nein sagen würde, wäre das gelogen. Ich musste mich daran gewöhnen, dass ich zu ihr hinaufschauen muss. So ehrlich bin ich.