In Bern und Zürich ist es längst amtlich, Basel könnte nun bald folgen: Die Rede ist von einer fixen Anlaufstelle, wo Konsumenten ihre Drogen testen lassen können. Bislang bestand dieses Angebot nur in Form von mobilen Labors, welche die Suchthilfe Region Basel und der Verein Subsdance direkt zu Partybesuchern brachten.

Diese musste der Kanton mieten – für 4970 Franken pro Abend. Nun soll aus dem zweijährigen Projekt, welche Ende Jahr ausläuft, eine feste Institution werden. Der Grosse Rat hat am Donnerstag einen entsprechenden Anzug von Otto Schmid (SP) mit grossem Mehr von 55 zu 30 Stimmen bei drei Enthaltungen an die Regierung überwiesen.

Kritik kam vor allem vonseiten der LDP und der SVP. «Man muss sich das mal vorstellen: Jemand kauft illegal Drogen und erkundigt sich dann beim Staat, ob der Stoff gut ist», sagte etwa Christian Meidinger (SVP). Dies führe nicht zu einer Prävention, sondern vielmehr zu einer falschen Sicherheit und mehr Leuten, die gerne einmal Drogen ausprobieren wollen. Raoul Furlano äusserte vor allem technische Bedenken: «Diese Drogentests haben Lücken. Zudem ist es die Menge, die das Gift ausmacht», zitierte er Paracelsus.

«Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht», räumte auch Anzugsteller Schmid ein. Dennoch könnten die Tests Hinweise auf Substanzen geben, die unentdeckt zu Unfällen, manchmal gar mit Todesfolge führten. «Mehr konsumiert wird nicht, allenfalls aber weniger», sagt Schmid. Dies zeigten die bisherigen Erfahrungen in anderen Städten aber auch an Veranstaltungen wie der Street Parade.

«Schon als staatliche Heroinabgabestellen eingeführt wurden, hiess es: ‹Das werden viele probieren wollen.› Das Gegenteil ist passiert, die Zahlen der Einsteiger nehmen in der Schweiz kontinuierlich ab.» Es gehöre zu den vier Grundfesten der Schweizer Drogenpolitik, dass neben Therapie, Prävention und Repression auch Schadensminderung für Konsumenten betrieben werde.

Gemäss Schmid gehören MDMA, Speed und Koks zu jenen Drogen, die am häufigsten im Ausgang konsumiert werden. «Ein Gramm Koks kostet in Basel noch zwischen 50 und 100 Franken.» Während der Preis in den vergangenen Jahren gesunken sei, habe sich die Qualität kontiniuerlich verbessert. Vereinzelt stossen Experten auch auf Crystal Meth. Eine Droge, die sich insbesondere in den USA immer mehr verbreitet.