Die Basler Hitzewelle war nicht nur gefühlt, sondern auch in Zahlen auf Rekordkurs. In Anzahl durchgehender Hitzetage mit Spitzentemperaturen über 30 Grad Celsius deklassierte dieses Jahr die Hitzeperiode von 2015 und schaffte es nur um einen Tag nicht, den Rekord des Hitzejahres 2003 zu brechen.

2018 wurden in Basel-Binningen von Meteoschweiz elf aufeinanderfolgende Hitzetage über der relevanten Marke gezählt, wie Zahlen ergeben, die der Schweiz am Wochenende vorliegen. 2015 dauerte die Periode nur sechs Tage an, 2003 waren es zwölf.

Der eigentliche Rekord aber ist alt

Den einen Tag, um mit dem Rekordjahr gleichzuziehen, verfehlte Basel am Donnerstag. Dann nämlich kühlten die Luftmassen bereits früh am Tag von Westen her ab, Wind kam auf und die Messstation verzeichnete noch eine Maximaltemperatur von 28,6 Grad. Immer noch heiss, aber nicht mehr so heiss, dass es einen statistischen Rekord seit Messbeginn ergäbe.

Abkühlung gefällig? Schwimmen Sie mit uns den Bach runter!

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Die Stau-Meldungen im Radio für den Strassenverkehr könnte man derzeit auch auf den Rhein ausweiten. Zu Stosszeiten treiben die Schwimmer dicht an dicht. Auch wir haben uns auf einen Schwumm begeben – und ihn filmisch fest gehalten. 

Basler Hitzejahre gab es bereits früher, allerdings nicht so häufig. 1947 dauerte eine ähnliche Hitzeperiode ganze 14 Tage, 1952 waren es ebenfalls zehn Tage.

Kein Trost: Es bleibt schlimm

«Zehntägige Hitzeperioden mit einem mittleren Maximum von 30 Grad oder höher sind am Messstandort Basel-Binningen in den letzten drei Jahrzehnten zu einem regelmässigen Phänomen geworden», sagt Stephan Bader von Meteoschweiz: «Vor 1990 traten sie nur sporadisch auf.» Eine vorübergehende Häufung sei hingegen auch in den 1940er-Jahren zu beobachten gewesen.

Besserung ist nicht in Sicht. Die Resultate von Berechnungen aus physikalischen Klimamodellen würden laut Bader zeigen, «dass aufgrund der weiteren Zunahme der Sommertemperatur in den kommenden Jahrzehnten eine starke Zunahme von sommerlichen Hitzewellen zu erwarten ist.» Somit würden die Berechnungen nichts anderes zeigen als das, was sich bereits heute beobachten lasse.