Herr Bacher, vor zwei Jahren haben Sie Ihre Arbeit erstmals in der bz vorgestellt. In wenigen Tagen ist bereits die dritte Fasnacht seit damals Vergangenheit. Hatten Sie seither Erfolg bei ihrer Mitgliederwerbung für den Fasnachtsverband Schweiz (Hefari) unter den Baselbieter und Basler Fasnächtlern?

Roland Bacher: Die Erfolge sind noch bescheiden. Immerhin sind neben der Schotte Clique bereits vier weitere Basler Guggen Mitglieder geworden – darunter sehr bekannte Namen: Messingkäfer, Glaibasler Schränz-Gritte, Gugge-Myysli und Pumperniggel.

Warum ist es weiterhin so schwer, in Basel das Interesse für einen nationalen Fasnachtsverband zu wecken?

Das war uns von Anfang an bewusst. Obwohl wir sonst überall in der Schweiz in den vergangenen Jahren viele neue Mitglieder gewinnen konnten, bleiben die beiden Schweizer Fasnachtshochburgen Basel und Luzern noch weisse Flecken auf der Hefari-Landkarte. Das Basler Fasnachts-Comité bietet bereits eine grosse Palette an Dienstleistungen für alle Vereine. Deshalb ist es für den Hefari wichtig, dass wir ergänzende Angebote offerieren und nicht als Konkurrenz gesehen werden. Im Übrigen habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu einzelnen Comité-Mitgliedern und zu deren Obmann Christoph Bürgin.

Offensichtlich haben die Guggen eher ein Gehör für den Hefari als Comités oder Cliquen.

Ich habe mit der Mitgliederwerbung erst einmal in meinem Umfeld, den Guggen, angefangen. Für sie bieten wir beispielsweise Dirigentenkurse mit dem diplomierten Musiklehrer Michael Schlüssel. Aber der Hefari bietet auch Leistungen für andere Fasnachtsgruppierungen und vor allem für die Baselbieter Komitees: Rabatte bei den Suisa-Gebühren, vergünstigte Versicherungen sowie Kurse für Vereinsrecht und Buchhaltung. Das sind alles Dinge, die heute bei den vielen Bällen, Festivals und Soirées mit Hunderten von Gästen immer wichtiger werden. Und das alles gibts bei uns für nur 100 Franken pro Jahr.

Bei diesen Konditionen fragt man sich aber doch: Warum hat der Hefari in beiden Basel nach zwei Jahren erst so wenige Mitglieder?

Man muss natürlich sehen, dass ich für den Hefari ehrenamtlich arbeite und noch einige andere Hobbys habe. Ich versuche, auch im Baselbiet Guggenmusiken, Cliquen und Komitees über Mail zu kontaktieren, um ihnen unseren kostenlosen Newsletter und die Kurse schmackhaft zu machen. Aber im persönlichen Gespräch kann man natürlich mehr erreichen. Deshalb freut es mich besonders, dass ich in Basel bereits beim Präsidentenmähli der IG Gugge sowie mit der Obfrau Stephanie Weikard der FG Guggen sprechen durfte. Der Hefari ist jetzt zumindest mal im Ohr der beiden Vereinigungen.

Welche Rolle spielt Lörrach für den Hefari in der Nordwestschweiz?

Lörrach ist seit 2001 Mitglied, als einer von vier deutschen Narrenzünften. Mit Gründung der Gugge-Explosion durch Migros-Deutschland-Chef Erich Fischer kam dort das Interesse nach Kontakten zu Schweizer Guggen auf, was auch erklärt, warum in Lörrach so viele Inner- und Ostschweizer Guggen auftreten, wo der Hefari sehr stark ist. Die Neuorganisation der Lörracher Strassenfasnacht und der Kontakt zu Basler und Baselbieter Guggen ist hauptsächlich dem Lörracher Obergildenmeister Jörg Rosskopf zu verdanken. Ich finde es natürlich toll, wenn sich die Guggen aus der Basler Region auf der Gugge-Explosion mit Hefari-Mitgliedern austauschen.

Wie geht es nun weiter?

Der Hefari hat erst vor wenigen Jahren die Mitgliederwerbung neu aufgestellt. Es gibt jetzt eigene Leute für das Marketing; von ihnen erhoffe ich mir starke Unterstützung. Wir werden auch unsere Jugendarbeit weiter ausbauen müssen; die soll unser Steckenpferd werden.

Bisher haben Sie von Suisa-Rabatten und Kursen gesprochen. Gibt es keinen ideellen Wert, der alle Schweizer Fasnächtler vereinen könnte?

Klar, es geht darum, die örtlichen Fasnachtstraditionen zu bewahren und die Jugend dafür zu begeistern, dass sie sich aktiv daran beteiligt. Dazu gehört aber auch, dass man offen ist gegenüber Traditionen in anderen Regionen und sie kennen lernt. Deshalb freut es mich, dass der Austausch zwischen den verschiedenen Fasnachtstraditionen in den vergangenen Jahren immer lebendiger geworden ist. Das stärkt das gemeinsame Bewusstsein für dieses Kulturgut.