Ein gut genutzter Platz ist das Herzstück einer Stadt: Hier findet das urbane Leben statt. Ob Plätze erfolgreich sind oder dauerleer, hat viel mit der Planung ihrer Infrastruktur und mit ihrer architektonischen Konzeption zu tun. Der Förderung von Baukultur werde jedoch gerade auf Bundesebene zu wenig Beachtung geschenkt, findet Stefan Cadosch, Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA).

Um die Relevanz von Schweizer Bauprojekten nun einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, griff der SIA daher zu einem mittlerweile vielgenutzten Mittel: Mit der App «Swiss Squares» sollen sowohl Touristen, als auch Einheimische mehr über die Plätze, über die sie sonst flanieren, erfahren. Gestern wurde die Basler Version der App lanciert, die zwanzig der wichtigsten Basler Plätze vorstellt.

Basel als Schlusslicht mit dabei

Basel ist die zehnte und vorerst letzte Stadt, die mit der App erkundet werden kann. Eine besondere Ehre für das Projekt, meint Cadosch: «Basel ist weltweit für innovative Baukunst bekannt und unbestritten die Architekturhauptstadt der Schweiz». Das Basel dennoch hinter deutlich kleineren Städten, wie Schaffhausen oder Zug, das Schlusslicht bildet, habe pragmatische Gründe.

Gerade in grösseren Städten werde bereits viel in die Baukultur investiert, so dass Ressourcen für kleinere Projekte oft nicht bereitstehen. Nun hat sich die Stadt Basel allerdings mit einem Pauschalbeitrag von 10‘000 Franken an der Swiss Squares App beteiligt.  Bisher wurde die virtuelle Platzsammlung bereits 8200 Mal heruntergeladen. Die Nutzer können dabei am Bildschirm, von zuhause aus, oder vor Ort 175 Schweizer Plätze besuchen.

Kaum «Augmented Reality»

Mit so viel Inhalt sei die App mittlerweile zu einem Kompendium der Schweizer Plätze geworden. Diesen Eindruck erweckt allerdings auch die App selbst: Die «augmented reality», die den Nutzer hinter dem Offensichtlichen Neues entdecken lassen soll, scheint nicht viel mehr zu sein, als eine Ansammlung von Zusatzwissen. Alternative Bauvisionen und historische Hintergründe sollen aufzeigen, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte verändert hat und wie die Bevölkerung selbst auf ihre Planung Einfluss nehmen kann.

Eingeblendet werden diese jedoch lediglich als statische Fotografien mit Bildunterschrift. Unbekanntere Blickfänge, die sich auf den Plätzen finden, wie etwa die Litfasssäule des Künstlers Paul Wilde am Aeschenplatz, sollen überdies auch den alteingesessenen Basler überraschen. Allerdings bietet die App ihrem Nutzer jeweils wenig Information zu diesen Trouvaillen.

Der Eindruck einer neuen Realitätsebene entsteht dadurch leider nicht. Wirklich Wissenswertes bietet die App daher vor allem für Touristen, die auf eine offizielle Stadtführung verzichten wollen.