Die staatliche Orchesterförderung wird in Basel-Stadt auf eine neue Basis gestellt. Feste Subventionen über vier Jahre gibt es nur noch für das Sinfonieorchester Basel. Die übrigen Klangkörper müssen sich mit ihren Programmen für Support aus der Staatskasse bewerben.

Der Basler Grosse Rat segnete das neue Orchester-Fördermodell am Mittwoch nach anderthalbstündiger Debatte mit 83 gegen 5 Stimmen bei 7 Enthaltungen ab. Zuvor hatte er Rückweisungsanträge von SVP und LDP mit 66 gegen 25 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt.

Bisher erhielten im Stadtkanton neben dem Sinfonieorchester drei weitere Klangkörper für jeweils vier Jahre einen Staatsbeitrag. Vom neuen Modell, das auch anderen Orchestern Zugang zu Staatsgeld verschaffen soll und namentlich Programm-Unterstützung für jeweils drei Jahre beinhaltet, verspricht sich Regierungspräsident Guy Morin unter anderem mehr Wettbewerb.

Morin sieht im neuen Modell den einzigen Weg, um die Musikstadt Basel und ihre Ausstrahlung zu erhalten. Für das Sinfonieorchester, das für die musikalische Grundversorgung und den Musikbetrieb des Theaters Basel zuständig ist, sei die Sonderstellung ein Privileg und eine Zwangsjacke zugleich.

Weniger Macht für Parlament

Auf Kritik stiess das neue Modell im Rat unter anderem wegen der Fachjury, die künftig für die Vergabe der Mittel aus dem neuen Fördertopf zuständig ist. Der Juryentscheid muss jeweils von der Regierung genehmigt werden. Bisher entschied dagegen der Grosse Rat, welche Orchester vom Kanton subventioniert werden.

Die Befürworter zeigten sich jedoch überzeugt, dass das neue Modell Bewegung und neue Schwerpunkte in die Basler Orchesterwelt bringen wird. Mit dem neuen Modell nimmt der Stadtkanton nach Angaben des Regierungspräsidenten eine Pionierrolle ein. Das Modell werde auch ausserhalb von Basel Schule machen, zeigte sich Morin überzeugt.

Für den Fördertopf bewilligte der Grosse Rat für 2016 bis 2019 insgesamt 5,6 Millionen Franken, wobei für das Übergangsjahr 2016 noch die bisherigen Regelungen gelten. Dem Sinfonieorchester hatte das Parlament schon im Juni Subventionen von insgesamt 30,4 Millionen Franken für die vier Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 zugesprochen.