Nur 72 Stunden nach dem Auftritt in München stand der FC Basel wieder auf „der Matte". Von der Anfangself aus der Champions League durften (oder mussten?) nur Markus Steinhöfer und Fabian Frei wieder ran. Beide allerdings auf einer anderen Position. Steinhöfer spielte den Part des linken Aussenverteidigers, Frei auf seiner eigentlich bevorzugten Position als zentrale, hängende Sturmspitze.

Der Grossteil der lokalen Zuschauer - dem Match wohnte auch eine ansehnliche ägyptische Fan-Kolonie bei - war gekommen, um Mohamed Salah zu sehen. Angeblich ist der FC Basel an diesem 19-jährigen Offensivspieler, der sowohl im rechten Mittelfeld wie in der Sturmspitze eingesetzt werden kann, stark interessiert.

Nun, besagter Salah stand, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Anfangsformation, sondern gelangte erst nach der Pause zum Einsatz.

Und siehe da - Salah benötigte gerade mal elf Minuten, um sich in Szene zu setzen. Das Juwel des ägyptischen Fussballes verwertete eine feine Hereingabe von Aly Fathy, wobei Salah perfekt antizipiert hatte und so den berühmten Schritt schneller als Joo-Ho Park gewesen war.

Spiel gegen die Schweiz denkbar

Die Gäste, die sich seit geraumer Zeit aufs olympische Fussball-Turnier vorbereiten und dort durchaus auf die Schweiz treffen könnten, präsentierten sich als spielstarke, ballgewandte Mannschaft. Torhüter Ahmed El Shenawi brillierte, gerade zwischen der 65. und 80. Minute mit unglaublichen Reflexen, wobei die Krönung der allerdings schwach getretene Penalty von Gilles Yapi war.

Zoua war am Auffälligsten

Auffälligster FCB-Akteur war, und dies nicht nur wegen seinen beiden Treffern, Jacques Zoua. In der Anfangsphase schloss der Kameruner enen schnellen Angriff über die linke Seite wuchtig ab, danach gelang dem Schwarzafrikaner ein wunderbares Kopfball-Tor.

Auf den 6. Basler Eckball, durch Xherdan Shaqiri getreten, stieg Zoua am höchsten und wuchtete den Ball ins Lattenkreuz. Doch die Antwort folgte 200 Sekunden später. Und es war wiederum Salah, der eine wiederholte Unsicherheit von Radoslav Kovac ausnutzte und den Ball aus acht Metern ins Netz hämmerte. Basel-Keeper Marcel Herzog war, wie bei den anderen Treffern, chancenlos.

Den Schlusspunkt in dieser animierten, rassigen und kurzweiligen Partie setzte Shaqiri, der vom Elfmeterpunkt aus sein persönliches Erfolgserlebnis hatte. Vorgängig war Stephan Andrist, der viel lief und doch wenige Akzente zu setzen vermochte, gefoult worden. Eine Woche, die mit zwei Niederlagen endete. Et-was,das für den erfolgsverwöhnten FC Basel doch eher ungewöhnlich ist.

FC Basel - Olympia-Auswahl Ägypten 3:4 (1:1)

Stadion Rankhof. - 515 Zuschauer. - SR: Amhof. - Tore: 11. Zoua 1:0. 28. Elneny (Händeelfmeter) 1:1. 56. Salah 1:2. 66. Mohsen 1:3. 81. Zoua 2:3. 85. Salah 2:4. 93. Shaqiri (Foulelfmeter) 3:4.

Basel: Herzog; Degen, Kovac, Kusunga, Steinhöfer (46. Park); Andrist, Yapi, Huggel, Stocker (73. Shaqiri); Fabian Frei (81. Buess), Zoua.

Ägypten: El Shenawi; Gaber, Samir (91. Alaaeldin), Hegazi, Fathy (76. Ramadan); Shokry (46. Abdelbaset), Hossam Hassan, Elneny (87. Moustafa Hassan), Magdy (46. Salah); El Din (67. Gomaa), Mohsen (82. Mohamed).

Bemerkungen: Basel ohne Stammgoalie Sommer, Abraham, Dragovic, Alex Frei, Pak, Streller, Xhaka (alle kein Aufgebot/Schonung) sowie Chipperfield, Jevtic und Voser (alle verletzt). - Verwarnung: 63. Abdelbaset (Foul). - 64. El Shenawi hält Foulelfmeter von Yapi. - 74. Kopfball von Zoua an den Innenpfosten. - Eckkbälle: 6:3 (2:2).