Die jungen Sozialisten ziehen in den Kampf gegen Zwangsauszüge in Basel. Mit einer Petition will die Jungpartei die Regierung dazu bewegen, gegen die «jetzige Kündigungswelle» vorzugehen. Die Unterschriftensammlung soll ihrem Aufruf von Montag Nachdruck verleihen, sämtliche Kündigungen seit Annahme der Wohnschutzinitiativen fallen zu lassen und keine weitere zu billigen. Der Kündigungsstopp soll so lange dauern, bis die im Juni 2018 angenommenen Verfassungsartikel umgesetzt worden sind.

Die Juso hat Anfang Woche zu diesem Moratorium aufgerufen, nachdem letztes Wochenende 230 Mieter am Schorenweg einen Kündigungsbrief erhielten und wenige Tage später dasselbe Schicksal 80 weitere Menschen an der Ecke Feldbergstrasse/Riehenring/Efringerstrasse traf. Im Herbst waren es etwa 50 Personen an der Erikastrasse im Klybeck, die erfuhren, dass ihre Wohnungen saniert werden sollen und sie deshalb zwangsmässig ausziehen müssten.
Die Jungsozialisten betrachten die Rechtfertigungen, die stets Massenkündigungen begleiten, als Vertuschungsmanöver vonseiten der Immobilienbesitzer: Diese wollten lediglich die Mietzinsen in die Höhe treiben.

Dies sei für das linke Lager inakzeptabel. Für die jungen Sozialisten ist das Ja zu den vier Wohnschutzinitiativen ein klarer Volksentscheid gegen die Wohnungsnot. Sie befürchten, dass «Basel in einer Immobilienauktionen-Hölle wie London» endet. Weiter bekräftigen sie: «Es kann nicht sein, dass die Regierung das klare Zeichen der Basler Bevölkerung ignoriert und zulässt, dass Massenkündigungen Hunderte Menschen von heute auf Morgen vor grosse Probleme stellt».

Zwar stehen die vom Volk angenommenen Artikel bereits in der Verfassung, aber das Ausführungsgesetz ist immer noch nicht in Kraft getreten und wartet auf eine Annahme durch den Grossen Rat. Um diese zu beschleunigen, haben sich die Sozialdemokraten hinter der Jungpartei gestellt. Dies Bürgerlichen stehen dem Moratorium skeptisch oder gar feindlich gegenüber.