Das Ringen um den Erhalt von Parkplätzen geht in die nächste Runde. Während an der Rosentalstrasse zurzeit zehn Parkplätze umfassenden Sanierungsarbeiten zum Opfer fallen, kündet das Bau- und Verkehrsdepartement nun weitere Abstriche an: Nebst den rund 50 Parkplätzen in der Hardstrasse sollen nun auch an drei Strassenabschnitten in der Umgebung des Burgfelderplatzes 90 Parkplätze aufgehoben werden.

Dies im Rahmen einer Gesamterneuerung der betroffenen Strassen. Mit der Auflösung der Parkfelder an der Missionsstrasse, der Burgfelderstrasse und der Spalenvorstadt möchte das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons laut eigener Aussage «die Verkehrssicherheit erhöhen und angenehmere Haltestellen ermöglichen».

Wie Martin Bischofberger, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit des Justiz- und Sicherheitsdepartements JSD erklärt, weisen die betroffenen Zonen eine besonders hohe Unfallquote auf. Vergangene Sanierungsprojekte ähnlicher Art hätten gezeigt, dass die Anzahl der Unfallopfer vor allem durch eine Strassenverbreiterung mit grösserer Sichtweite reduziert werden kann.

Mehr Platz an Tramhaltestellen

Bei den Problemzonen handelt es sich insbesondere um Fussgängerstreifen und Traminseln. Die Verantwortlichen des Bau- und Verkehrsdepartements planen deswegen, einige Tramhaltestellen zu verschieben. So sollen beispielsweise die beiden Tramhaltestellen an der Pilgerstrasse verschoben werden. Die zugehörige Traminsel wird aufgelöst, damit Tramfahrgäste nicht mehr mitten auf der Spur der Autofahrer einsteigen müssen. Die Fussgängerstreifen wiederum sollen nach der Sanierung einen weiteren Abstand zu parkierten Autos aufweisen.

Die Massnahmen seien laut Bischofberger auch deswegen sinnvoll, weil Velofahrer mehr Platz erhalten würden. Dadurch seien diese weniger gefährdet durch Tramschienen und geöffnete Autotüren. Zugleich soll so der Verkehrsfluss verbessert werden: Autofahrer müssten nicht mehr hinter den langsameren bleiben, sondern hätten genug Platz, um zügig voranzukommen.

Mit der Ankündigung der erneuten Parkplatzreduktion stösst das Bau- und Verkehrsdepartement bereits jetzt auf grossen Widerstand. Besonders dem Basler Gewerbeverband stösst das Vorhaben der Verantwortlichen sauer auf. Er hat schriftlich angekündigt, sich für ein Referendum einzusetzen, falls der Grosse Rat die Vorlagen nicht abschwächt.

Der Parkplatzstreit in Basel geht damit in die nächste Runde. Martina Münch, Abteilungsleiterin Verkehrsgestaltung, hat die Diskussion um den «schleichenden Parkplatzabbau» in der Stadt sichtlich satt. «Wir haben keine Weisung, Parkplätze abzubauen», stellt sie klar. Der Kanton bemühe sich, Parkplätze wo immer möglich zuzulassen. Wie der Strassenraum vergrössert werde, sei eine Frage der Prioritätensetzung. «Wir könnten auch die Bäume am Strassenrand fällen und so Platz sparen. Die Frage ist, ob das den Anwohnern gefallen würde.»