Das Konzept betrifft vollschulische Angebote an Gymnasien, Fachmaturitätsschule und Wirtschaftsmittelschule. Neben den einmaligen Investitionen bringt die Vorlage jährliche Folgekosten von 1,1 Millionen Franken für Betrieb und Ersatzanschaffungen. Die derzeitige, dezentral bewirtschaftete IT-Infrastruktur der Sek II ist veraltet.

Während bei den Volksschulen weiterhin schuleigene Geräte benutzt werden, schreibt das neue Konzept für die Sek II fest, dass diese Schulkinder und Jugendlichen ihre privaten Laptops und Tablets, mit denen sie gut vertraut sind, in den Unterricht mitbringen. Laut Erziehungsdirektor Conradin Cramer ist das bereits Praxis.

Neu am Konzept ist, dass Benutzerverwaltung, Software, Webserver etcetera zentral verwaltet werden. Dabei folgt das IT-Konzept für die Sek II einem kantonalen Rahmenkonzept Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts. Vorausgegangen war ein nicht fortgeführter Tablet-Versuch am Gymnasium Leonhard mit einheitlichen Geräten.

Digitalisierungsdruck

Cramer mahnte vor dem Parlament, die Digitalisierung mache Anpassungen an der Schule nötig. Seine Partei, die LDP unterstützte das Vorgehen: "digitale Kompetenzen gehören heute zur Allgemeinbildung".

Die FDP verwies auf das rasante Tempo des technischen Wandels; die Vorlage werde den Herausforderungen gerecht. Auch die SVP war für das Sek II-IT-Konzept; an der Universität als anschliessende Stufe seien ja eigene Geräte längst Alltag. Die CVP lobte, die Vorlage sichere den Schulen den erforderlichen Support.

Nicht restlos überzeugt war hingegen die SP: Sie monierte, der siebenstellige Ratschlag sei inhaltlich viel zu dünn: Informationen fehlten zu Lehrmitteln, Pädagogik oder Evaluation. Offen bleibe auch, wo das Hosting erfolge. Überdies sei der angedachte Support durch Schüler-Nerds zweifelhaft.

Linkes "Ja, aber"

Die SP warnt vor auch vor Datenschutzrisiken wegen des Einsatzes diverser privater Geräte - das Prinzip "bring your own device" wolle die Partei eigentlich nicht. Da aber an den Schulen Handlungsbedarf bestehe, lehne sie die Vorlage nicht ab, sondern stimme zu mit der Aufforderung, die offenen Punkte beim Umsetzen zu beachten.

Das Grüne Bündnis kam mit ähnlicher Argumentation ebenfalls zu einem skeptischen Ja. Die Fraktion pochte zudem auf gute Weiterbildung der Lehrpersonen; dazu seien viele Fragen offen. Nicht zuletzt brauche es ausreichende Ressourcen für den technischen Support. Cramer konterte, die Vorlage sei darum techniklastig, weil die Schulen ja per se pädagogische Institutionen seien, was weniger zu erklären sei.

Ein SVP-Grossrat bat um Unterstützung der Lehrpersonen für das Problem der Plagiate bei Arbeiten der Schülerschaft. Laut dem Sprecher der Bildungs- und Kulturkommission wird bereits heute an manchen Basler Schulen eine Plagiats-Erkennungs-Software eingesetzt.